Skip to Content
Museum logo de web
2018 0235A

Künstler

2018 0235A

Porträt Dame im gepunkteten Kleid

|

1962

Czóbel, Béla Adalbert

1883

Budapest (HUN)

-

1976

Budapest (HUN)

Béla Adalbert Czóbel

Budapest (HUN) 1883 ‒ 1976 Budapest (HUN)

Als Sohn eines Großhändlers geboren, studierte Czóbel 1902 zunächst bei den Impressionisten in Nagybánya, heute Baia Mare in Rumänien, und wurde Schüler von Béla Iványi Grünwald. Danach ging Czóbel bis 1903 an die Akademie in München zu Ludwig Herterich und Wilhelm vom Diez. Im Oktober 1903 reiste er nach Paris, wohnte im Hôtel du Danemark und lernte an der privaten Académie Julian bei Jean Paul Laurens. 1905 heiratete er in erster Ehe die Malereistudentin Isolde Daig. Im April des folgenden Jahres wurde in Bamberg die Tochter Lisa geboren, die später zu einer bedeutenden Ausdruckstänzerin wurde.

Zu dieser Zeit wurden neben Bildern von Henri Matisse und André Derain drei Werke von Czóbel im Fauve-Saal des Salon d‘Automne ausgestellt. Er war „einer der Wildesten“, erinnerte sich später Friedrich Ahlers-Hestermann, der wie Czóbel im Café du Dôme verkehrte. Der Begriff „Fauvismus“ leitete sich vom französischen Wort „Fauves“ („Wilde Bestien“) ab. Doch die Künstler selbst lehnten diese Namensgebung ab, da sie sich nicht als eine geschlossene Gruppe empfanden. Czóbel wurde zum Botschafter der französischen Avantgarde in Ungarn.

Vom französischen Fauvismus inspiriert, fertigte Czóbel zahlreiche Mädchen- und Frauenbildnisse, darunter das Damenporträt im gepunkteten Kleid. Hieran zeigte sich das wesentliche Stilprinzip: der Vorrang der Farbe vor der realistischen Form. Die Kontur der Dargestellten hatte sich in Farbflächen aufgelöst, und ihre Gesichtszüge erschienen nur schemenhaft erkennbar. Darin war auch der Bezug zur sogenannten „primitiven“ Kunst aus Ozeanien und Afrika erkennbar, da „afrikanische Masken“ die Kunst inspirierten.

Im Jahr 1906 arbeitete Czóbel in der Künstlerkolonie Nagybánya, und seine Kunst wurde heftig diskutiert. Im Folgejahr war er Mitglied des Kreises Ungarischer Impressionisten und Naturalisten (MIÉNK). Ab 1909 wurde er Mitglied der Gruppe „Die Acht“. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 floh er nach Holland, wo er bis 1919 arbeitete. Er stellte im Stedelijk-Museum in Amsterdam aus sowie bei der Berliner Freien Secession. Bis 1925 blieb er in Berlin, wo er sich mit den Brücke-Mitgliedern Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel anfreundete. Dort konnte er auch mit ihnen 1923 in der Galerie Ferdinand Möller in der Sammelausstellung „Kreis der Brücke“ ausstellen.

Werke

Porträt Dame im gepunkteten Kleid

Öl auf Leinwand

67 × 54 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

Sign up for our newsletter

crossmenuarrow-right