
Künstler

Pierrot
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o.D.
Degner, Arthur
1888
Gussev (RUS)
-
1972
Berlin (DEU)
Arthur Degner Gussev (RUS) 1888 ‒ 1972 Berlin (DEU) Arthur Degner wurde als Sohn einer aus Salzburg emigrierten Familie in Gumbinnen im damaligen Ostpreußen geboren. Die Familie übersiedelte von dort nach Tilsit, wo er seine Kindheit verbrachte. Von 1906 bis 1908 studierte er an der Kunstakademie Königsberg bei Ludwig Dettman (1865–1944) und Otto Heichert (1868–1946), bevor er 1909 nach einem Studienaufenthalt in München nach Berlin zog. Auf Anregung des Kunsthändlers Paul Cassirer (1871–1926) reiste Degner 1910 nach Paris und stellte 1912 in Cassirers Berliner Galerie aus. Auch in Berlin fand er namhafte Förderer in Max Liebermann (1847–1935) und Lovis Corinth (1858–1925). Als Degner Corinths Schüler werden wollte, entgegnete dieser: „Unterricht kann ich Ihnen nicht geben, was soll ich Ihnen noch zeigen, es ist ja schon alles da. Aber ich will gerne dafür sorgen, dass Sie in der Sezession ausstellen können.“ Corinth hielt Wort, und so wurde Degner 1911 Mitglied der Berliner Secession und trat 1914 der abgespaltenen Gruppe der Freien Secession bei. Im Ersten Weltkrieg diente Degner als Sanitäter. 1920 wurde er als Professor für Malerei an die Akademie in Königsberg berufen, wo er bis 1925 lehrte. Danach wechselte er an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Von 1931 bis 1933 war er Vorsitzender der Berliner Secession. Sein Werk umfasste neben Landschaften und Porträts auch zahlreiche Szenen aus der Literatur, etwa Illustrationen zu Don Quixote oder Faust sowie Theatermotive. Mehrfach widmete er sich der Figur des Pierrot, einer melancholischen Pantomime-Gestalt, die aus der italienischen Commedia dell'arte hervorgegangen ist und im 19. Jahrhundert durch Jean-Gaspard Deburau (1796–1846) in Frankreich weiterentwickelt wurde. Mit seiner weiß geschminkten Haut, dem großen Kragen und der weit geschnittenen, meist weißen Kleidung wurde der Pierrot in der klassischen Moderne zu einem beliebten Motiv, etwa bei Paul Cézanne (1839–1906) und Pablo Picasso (1881–1973). Insofern überraschte es nicht, dass auch Degner, der sich von den Koryphäen seiner Zeit inspirieren ließ, dieses Motiv malte. In den ersten Jahren des Nationalsozialismus konnte sich Degner als erfolgreicher Künstler behaupten: 1936 erhielt er den renommierten Villa-Romana-Preis des Deutschen Künstlerbundes, der ihm einen Studienaufenthalt in Florenz ermöglichte. Doch 1937 wendete sich das Blatt: Drei seiner Werke – ein Damenporträt und zwei Landschaften – wurden bei der Aktion „Entartete Kunst“ aus Museen und Sammlungen in Königsberg, Stettin und Nürnberg beschlagnahmt und vernichtet. 1939 wurde er aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen. Trotzdem war er bis 1940 weiterhin in wichtigen Ausstellungen vertreten, darunter die Ostpreussenkunst 1939 des Kunstvereins Königsberg und Das Ereignisbild in der Städtischen Kunstsammlung Duisburg 1940. Nachdem im November 1943 über 300 seiner Arbeiten bei einem Bombenangriff zerstört wurden, übersiedelte Degner nach Schlesien. 1944 musste er in Polen schwere Schanzarbeiten verrichten. Nach Kriegsende 1945 holte ihn Karl Hofer (1878–1955) erneut an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1956 lehrte. LITERATURAUSWAHL: - Arthur Degner, https://galerie-der-panther.de/arthur-degner/ (22.4.2025) -Degner, Arthur: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, https://t1p.de/_Degner (22.4.2025) Formularbeginn - Arthur Degner. Mensch und Werk, hg. von Eberhard Ruhmer, München 1967
Werke

Pierrot
Öl auf Hartfaserplatte
68 × 66 cm