Skip to Content
Museum logo de web
2021 0407A

Künstler

2021 0407A

Jüdin aus Algier

|

o.D.

Feder, Adolphe

1885

Odessa (UKR)

-

1943

Auschwitz (POL)

Adolphe Feder

Odessa (UKR) 1885 – 1943 Auschwitz (POL)

Adolphe Feder ist ein Beispiel für den mutigen Widerstand jüdischer Künstler gegen das nationalsozialistische Regime. Sein Engagement für die Menschen zeigte sich in seiner Aktivität im Untergrund während des Zweiten Weltkrieges sowie in seiner künstlerischen Dokumentation von Inhaftierten im Lager.

Am 15. Juli 1885 wurde Aizik Adolphe Feder in eine jüdische Kaufmannsfamilie im Russischen Reich geboren. Der Sohn von Malka und Jacob Feder schloss sich 1905 dem Bund an, einer jüdischen Arbeiterorganisation. Aufgrund der politisch aufgeladenen Zeit und der zunehmenden Bedrohung durch Pogrome in Odessa ging Feder 1906 nach Berlin, wo er ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste begann. In Paris setzte er ab 1910 seine künstlerische Ausbildung an der Académie Matisse sowie der Académie Julian fort. Als Mitglied der Société du Salon d’Automne präsentierte Feder seine Werke einem breiten Publikum in den jährlichen Herbstausstellungen. Die Teilnahme beeinflusste die Karriere vieler junger Künstler:innen der Moderne; der Salon war auch bekannt für seine Offenheit gegenüber neuen Stilrichtungen wie dem Fauvismus.

Feder war ein Kunstliebhaber und Sammler afrikanischer Kunst sowie von Werken von Künstler:innen ohne formale Ausbildung. Er verbrachte die Zeit vor 1930 auf Reisen. Sein Weg führte ihn von der Bretagne bis nach Nordafrika, wo er vermutlich die Inspiration für das Werk Jüdin aus Algier fand. 1926 erwarb er im britischen Mandatsgebiet Palästina Gemälde sowie Skulpturen.

Als sein Freund, der Bildhauer Jacques Loutchansky (1876–1978), beim Einmarsch der deutschen Besatzungstruppen seine Fluchtpläne äußerte, weigerte sich Feder, der mittlerweile stark in Paris verwurzelt war, erneut eine Heimat zu verlassen. Zudem konnte er sich mit den in Palästina entstandenen Bildern Anerkennung in der Pariser Kunstszene verschaffen. Während der Besatzung Frankreichs ab 1940 stellte sich der jüdische Künstler mit seinen vom Kubismus inspirierten, modernen Bildwerken bewusst gegen die künstlerischen Vorstellungen und die Ideologie des faschistischen Regimes. Es war ein Ausdruck seines persönlichen Widerstands.

Im Juni 1942 wurde Feder von der Geheimpolizei des Vichy-Regimes verhaftet und gemeinsam mit seiner Ehefrau Sima Feder (geb. Zagorudsky, Lebensdaten unbekannt) in das Pariser Militärgefängnis Cherche-Midi gebracht, welches zwischen 1940 und 1944 als Sammelstelle für jüdische Personen diente. Einige Monate später, als der Künstler im Durchgangslager Drancy bei Paris interniert war, malte er dort das Lagerleben. Am 13. Februar 1943 wurde Feder mit dem Konvoi Nr. 48 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet; aus diesem Transport überlebten 1945 nur 17 Männer.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Adolphe Feder, in: Yad Vashem. The Holocaust Martyrs’ and Heroes’ Remembrance Authority Hall of Names Feder, Adolphe, in: Benezit Dictionary of Artists, Bd. 5, Paris 2006, S. 540–541 Nadine Nieszawer, Artists juifs de l’école de Paris 1905–1939, Paris 2015

-Feder, Adolphe, in: Benezit Dictionary of Artists, Bd. 5, Paris 2006, S. 540–541

-Nadine Nieszawer, Artists juifs de l’école de Paris 1905–1939, Paris 2015

Werke

Jüdin aus Algier

Öl auf Leinwand

82 × 64 cm

Französisches Dorf

Öl auf Leinwand

31 × 42,3 cm

Im achten Arrondissement

Öl auf Holz

31 × 40 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

Sign up for our newsletter

crossmenuarrow-right