
Künstler

Zwei Zirkusartisten
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1967
Garve, Theo
1902
Offenbach (DEU)
-
1987
Hamburg (DEU)
Theo Garve Offenbach (DEU) 1902 – 1987 Hamburg (DEU) „Als ich mich [...] bei Max Beckmann […] verabschiedete, entließ er mich mit der Anregung, sofern ich den Krieg lebend und arbeitsfähig überstanden hätte, möchte ich die Zurückkehrenden und Nachkommenden von all dem unterrichten, was uns als Begriff von Malerei und Kunst bewegt und motiviert habe. Im Verlauf dieses Krieges wäre eine Generation vernichtet worden, deren Ausfall und Verlust befürchten ließe, daß das Schaffen und die Werke aller im „Dritten Reich“ verfemten Maler nicht mehr von der Jugend aufgenommen werden könnten.“ – Theo Garve, o. D. Der gelernte Maschinenschlosser Theodor (Theo) Garve wandte sich dem Abschluss der Lehre einer künstlerischen Ausbildung zu. So studierte er in seiner Heimatstadt Offenbach von 1922/23 bis 1924 an der Kunstgewerbeschule bei Rudolf Koch und Richard Throll. Anschließend wechselte Garve 1924 an die Frankfurter Kunstschule (im Folgenden auch „Städelschule“), wo er bis 1925 Freie Malerei bei Johann Vincenz Cissarz studierte. Werke Max Beckmanns sah Garve das erste Mal um 1923/24 in der Galerie „Zinglers Kabinett“. Er erhielt ein Stipendium für eine Studienfahrt nach Mittel- und Oberitalien und war ab 1925 zunächst als freischaffender Künstler in Frankfurt tätig. Doch schon bald kehrte er erneut an die Städelschule zurück, um dort 1926 in die neu gegründete Meisterklasse Max Beckmanns einzutreten. So wurde Garve der erste und für ein Jahr lang auch der einzige Meisterschüler Beckmanns. Bereits 1927 war er in der „Zweiten Ausstellung der Kunstschule der Stadt Frankfurt am Main“ vertreten. Im Jahr 1930 folgte eine gemeinsame Ausstellung der Meisterklasse in der Galerie F. A. C. Prestel. Im selben Jahr beendete Garve sein Studium, um als freischaffender Künstler zu arbeiten, und er wurde Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Im Jahr 1933 schloss sich die gemeinschaftliche Ausstellung „Das junge Frankfurt“ im Frankfurter Kunstverein an. Doch die zunächst positive Kritik schlug rasch um. Es war der Auftakt zur „Säuberung“ der Städelschule, der Entlassung von Beckmann und der Auflösung der Meisterklasse. Wie viele seiner nun deklassierten Kommiliton:innen verließ Garve die Stadt. Er zog sich zwischen 1934 und 1939 nach Keitum auf Sylt sowie an die Ostsee zurück und wählte damit zunächst den Weg der „inneren Emigration“. Im Jahr 1935 heiratete er seine erste Frau Else Lichtnau. Ab 1939 folgte ein Neuanfang an der Städelschule: Garve belegte Freie Grafik bei Franz Karl Delavilla, wurde allerdings 1941 zum Kriegsdienst einberufen. Seine Frau Else verstarb 1942 bei der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Christoph. Im Jahr darauf besuchte Garve Beckmann in dessen Exil in Amsterdam, wo ihn Beckmann ersuchte, der nachfolgenden Generation das Werk seiner Generation weiterzuvermitteln. Als Garve 1945 nach Frankfurt am Main zurückkehrte, waren seine Wohnung und sein Atelier der Ausbombung zum Opfer gefallen. Der größte Teil seines Frühwerks ging damit verloren. Garve erhielt den Auftrag, die Städelschule nach dem Krieg zu reorganisieren. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Kommilitonen Walter Hergenhahn baute er die Abendschule wieder auf, die er ab 1951 leitete und somit dem Wunsch seines ehemaligen „Lehrers“ nachkam. Diese Aufgabe übte er bis zu seiner Berufung an die in Hamburg gelegene Staatliche Hochschule für Bildende Kunst im Jahr 1956 aus. Nach dem Tod Max Beckmanns gründete Garve 1951 zusammen mit Lilly von Schnitzler und Benno Reifenberg die „Max-Beckmann-Gesellschaft“ in Frankfurt am Main.
Werke

Zwei Zirkusartisten
Öl auf Karton
50,4 × 37,2 cm

Knabe mit Spielzeug auf dem Sofa
Öl auf Pappe
35,4 × 39,1 cm

Frau und Stuhlturm
Aquarell auf Papier
51,5 × 42,2 cm

Bildnis Inge Hergenhahn-Dinand (1907–2003)
Öl auf Papier
49,3 × 32 cm

Blick auf Frankfurt
Pastell auf Papier
50,5 × 33,5 cm

Stillleben mit Vase und Muschel
Öl auf Leinwand
30,3 × 21,8 cm

Selbstbildnis
Öl auf Pappe (beschnitten)
37,4 × 33,6 cm

Stillleben mit Avocados, dem Andenken Hans Mettels (1903–1966) gewidmet
Öl auf Hartfaserplatte
28 × 44,3 cm

Blick auf alte Roth'sche Liegenschaft
Öl auf Leinwand
72,6 × 86,9 cm