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2018 0280A

Künstler

2018 0280A

Selbst an der Staffelei im Freien

|

1950

Gräbner, Ottokar

1904

Ostrowite (DEU)

-

1972

Munderkingen (DEU)

Ottokar Gräbner

Ostrowite (DEU) 1904 – Munderkingen (DEU) 1972

Über seine Zeit an der Kunstschule und in Beckmanns Meisterklasse ist nur fragmentarisches bekannt. Wie viele seiner Zeitgenoss:innen wurde Gräbner im ehemals monarchischen Staat Preußen geboren. Sein Geburtsort Osterwick in Westpreußen liegt heute in Polen. Über seine frühe Ausbildung gibt es heute nur wenige Angaben. In Danzig machte er 1923/24 beim Holzbildhauer Seipold (auch: Seibold) eine Lehre und nahm danach bei Bruno Paetsch Zeichenunterricht. Ab 1925 wandte sich Gräbner als Schüler Ludwig Meidners in Berlin der Malerei zu. Anschließend kehrte er nach Danzig zurück, um freier Künstler tätig zu werden. Zwischen 1926 und 1929 konnte er zum ersten Mal seine Werke ausstellen. Zu dieser Zeit erwarb auch das Danziger Museum Arbeiten von ihm.

Spätestens ab 1930 besuchte Gräbner die Kunstschule in Frankfurt am Main (auch „Städelschule“). Dort besuchte er die Grafikklasse von Franz Karl Delavilla und bis 1932 die Meisterklasse von Max Beckmann. Wahrscheinlich blieb er noch bis 1933 parallel in der Klasse Delavillas. Sein Frühwerk ist heute verloren, weshalb sein Schaffen aus der Frankfurter Zeit nur schwer rekonstruierbar ist.

Unter dem nationalsozialistischen Regime erhielt er in Deutschland aus nicht näher bekannten Gründen „Arbeitsverbot“ und wurde verfolgt. Er verließ Frankfurt noch im selben Jahr und hielt sich ab 1933 in Danzig auf. Von dort aus floh er 1936 erneut vor den Nationalsozialist:innen nach Warschau. In Deutschland wurde ein Jahr später bei der Beschlagnahmeaktion „Entartete Kunst“ der größte Teil seines Werks verbrannt. In Polen kam er nach Ausbruch des Krieges im September 1939 zwischen die Fronten des faschistischen Deutschlands und der kommunistischen Sowjetunion. Daraufhin ging er in den sowjetisch besetzten Teil des Landes, wo er „eine Welt des Schreckens und Grauens“ erlebte und oft nur knapp dem Tod entging. Gräbner kehrte 1943 nach Deutschland zurück, wo er sich in Bayern in Kochel am See aufhielt. Die letzten Jahre unter dem nationalsozialistischen Regime überstand Gräbner als Wanderschauspieler und Dolmetscher, da er neben Deutsch auch die Sprachen Polnisch, Griechisch und Türkisch beherrschte. Im Folgejahr war er bis 1945 als Soldat in Italien stationiert. Er geriet in Gefangenschaft, wahrscheinlich englische Kriegshaft, und wurde 1947 wieder nach Kochel entlassen.

Nach dem Krieg verarbeitete er in seinen Werken die Erlebnisse der letzten beiden Jahrzehnte. Zahlreiche Reisen in den östlichen Mittelmeerraum folgten zwischen 1953 und 1971. Zu dieser Zeit konnte er bereits unter anderem in Deutschland, Frankreich und Belgien ausstellen. Als ihm 1972 die Umsiedlung in helle Wohn- und Arbeitsräume in Munderkingen in der Nähe von Ulm gelang, verstarb er nach nur einem halben Jahr mit 68 Jahren.

Werke

Der Maler in seinem Atelier

Öl auf Leinwand auf Holz

58 × 48,5 cm

Selbst an der Staffelei im Freien

Öl auf Leinwand

62 × 30 cm

Die Flucht vor den Bombern 1939

Holzschnitt

410 × 500 mm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
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