
Künstler

Weiblicher Akt mit Kopfbedeckung
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1926
Granovsky, Samuel Solomonovich
1889
Dnipro (UKR)
-
1942
Auschwitz (POL)
Samuel (Chaim) Granovsky wurde 1889 in Jekaterinoslaw (heute Dnipro, Ukraine), im damaligen Königreich Russland geboren. Um an der Kunstakademie in Odessa Malerei zu studieren, verließ er seine Heimat. Nach seinem Militärdienst kehrte er nicht mehr nach Odessa zurück, sondern setzte das Studium 1908/09 in München fort. Im Jahr darauf ging er nach Paris und ließ sich in Montparnasse nieder. Dort arbeitete er als Modell an der Académie de la Grande Chaumière. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, war er daneben als Reinigungskraft im Café La Rotonde tätig. Wegen seiner exzentrischen und auffälligen Kleidung, teilweise erschien Granovsky zu Pferd, war er auch als der „Cowboy von Montparnasse“ bekannt. Seine Lebensgefährtin war Aïcha Goblet (* 1898), ein erfolgreiches Modell mit karibischen Wurzeln. Granovsky stellte regelmäßig im Salon des Indépendants aus, ab 1912 auch im Salon d’Automne, wo er 1932 Mitglied der Jury wurde. Granovsky beteiligte sich an der „Union professionnelle des Artistes Russes en France“. Anfang der 1920er-Jahre trat er der Gruppe „Cherez“ bei, die eng mit dem Dadaismus verbunden ist. Granovsky arbeitete hauptsächlich mit Pastellfarben und Spachtel und wurde besonders für seine Aktmalerei geschätzt. Während des Zweiten Weltkrieges blieb er in Paris, wurde im Juli 1942 beim Rafle du Vélodrome d’Hiver, einer Massenfestnahme von Juden und Jüdinnen in Paris, verhaftet und im Sammel- und Durchgangslager Drancy interniert. Am 22. Juli wurde Granovsky nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde.
Werke

Weiblicher Akt mit Kopfbedeckung
Pastell auf Papier
81,3 × 65,3