
Künstler

Allegorie des Lebens
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o.D.
Hamann, Hilde
1898
Breslau (POL)
-
1987
London (GBR)
Hilde Hamann Breslau (POL) 1898 – London (GBR) 1987 Die jüdische Malerin und Keramikerin Hilde Hamann wurde 1898 als Hilde Guttmann in Breslau geboren. Zunächst lebte sie in Berlin, dann in Dresden und zog 1913 nach Hamburg. Dort studierte sie an der Kunstgewerbeschule bei Carl Otto Czeschka (1878–1960) Elfenbeinschnitzerei und Stoffmalerei, bevor sie im Atelier von Hans Hofmann (1880–1966) in München Malerei studierte. Nach der Heirat mit dem Bildhauer Paul Hamann (1891–1973) und der Geburt der Tochter Yvonne lebte das Künstlerpaar bis 1926 überwiegend in der Künstlerkolonie Worpswede. Im Jahr 1923 erhielt das Paar ein Stipendium, was ihnen eine Studienreise nach Italien ermöglichte. Hilde Hamann studierte 1924/25 für sechs Monate in Paris bei Fernand Léger (1881–1955). Im Jahr 1927 trat die Künstlerin der „Hamburgischen Sezession“ bei, obwohl das Künstlerpaar mit der gemeinsamen Tochter 1926 in die Künstlerkolonie am Breitenbachplatz in Berlin übergesiedelt war. Mit der zunehmenden Macht der Nationalsozialist:innen und wegen persönlicher Anfeindungen emigrierte die Familie 1933 nach Paris. Dort bezogen sie ein Atelier in der Cité Fleurie, einer Künstlertkolonie in Montparnasse. Das Ehepaar erhielt Aufträge von Jean Cocteau (1889–1963), André Gide (1869–1951) und Man Ray (1890–1976). Ihren Lebensunterhalt verdienten sie durch die Fertigung von Lebendmasken, wobei Hilde ihrem Ehemann assistierte. Aufgrund der unsicheren politischen Lage übersiedelte die Familie mithilfe von Harold Nicolson (1886–1968), der in den 1920er-Jahren in der britischen Botschaft in Berlin arbeitete, nach London: 1936 zuerst Hilde und Paul, 1938 folgte die Tochter aus einem Schweizer Internat. In London bezog Hilde Hamann erneut ein Atelier, in dem sie mit ihrem Mann Ausstellungen organisierte und den Kontakt zu anderen deutschen Künstler:innen im britischen Exil suchte, darunter Fred Uhlman (1901–1985) und Renée (eigentlich Rose) Mendel (1908 – nach 1974). Das Paar beteiligte sich außerdem an der Gründung des „Freien Deutschen Kulturbundes“, wo sie sich ebenfalls engagierten. Die Familie hatte mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Ein Nachbar zeigte sie Ende 1939 als Spione an, daraufhin wurde Paul Hamann 1940 inhaftiert. Dies veranlasste Hilde, zu Freunden zu ziehen. Nach Pauls Freilassung 1941 folgte die Trennung der beiden. Da Hilde Hamann ihren Lebensunterhalt als freie Malerin nicht mehr finanzieren konnte, arbeitete sie im Kunstgewerbe. Nach dem Krieg schloss die Künstlerin ein dreijähriges Keramikstudium an der Central School in Kingsway ab. Ab 1947 unterrichtete sie am von Paul Hamann gegründeten Camden Arts Center Keramik. Die Schule besuchte auch ihre ehemalige Sezessions-Kollegin Lore Feldberg-Eber, die wegen ihrer jüdischen Abstammung aus Deutschland geflohen war. In den frühen 1950er-Jahren erhielt Hilde Hamann die britische Staatsbürgerschaft. Sie kehrte 1954 noch einmal nach Deutschland zurück, wo sie allerdings feststellen musste, dass ihr Haus in Worpswede von den Nationalsozialist:innen enteignet worden war und sie es auch nach dem Krieg nicht zurückerhalten konnte. Ihre sämtlichen Ölbilder gelten heute als verschollen. LITERATURAUSWAHL: -Geflohen aus Deutschland. Hamburger Künstler im Exil 1933–1945, hg. von Maike Bruhns (Ausst.-Kat. Museum für Hamburgische Geschichte), Hamburg 2007, S. 115–118 -Friederike Weimar, Die Hamburgische Sezession. 1919– 1933. Geschichte und Künstlerlexikon, Fischerhude 2003, S. 94–95 -Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“. Geburtsjahrgänge 1890–1910, München 2000, S. 310
Werke

Allegorie des Lebens
Öl auf Leinwand
183 × 143 cm