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Künstler

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Zitronenpresse mit Obst

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o.D.

Heuer, Joachim

1900

Plauen (DEU)

-

1994

Dresden (DEU)

Joachim Heuer

Plauen (DEU) 1900 – Dresden (DEU) 1994

Joachim Heuer, Sohn des Arztes Wilhelm Heuer, nahm bereits ab 1917 privaten Malunterricht bei Otto Friedrich W. Sebaldt (* 1873). Im Jahr 1918 musste der jugendliche Heuer als Soldat nach Frankreich. Nach seiner Rückkehr legte er die gymnasiale Notreifeprüfung ab, danach wurde er wieder zum Militärdienst nach Königsbrück bei Dresden zurückberufen. Ab 1919 studierte er an der Dresdner Kunstakademie und war bis 1923 Meisterschüler von Oskar Kokoschka (1886–1980), der dem jungen Künstler durch seine finanzielle Unterstützung eine Studienreise nach Italien ermöglichte. Mit Kokoschka blieb Heuer bis ins hohe Alter befreundet. Nach der Italienreise kam Heuer bis 1925 in die Klasse von Otto Hettner (1875–1931), wo er seine spätere Frau Annemarie Strauß (1903–1988) kennenlernte. Nach dem Abschluss des Studiums bezog er als freier Maler ein Atelier im Haus am Antonsplatz, neben Bernhard Kretzschmar (1889–1972), Paul Berger-Bergner (1904–1978), Fritz Skade (1898–1971) und Peter August Böckstiegel (1889–1951). Im Jahr 1932 war Heuer Gründungsmitglied und Schriftführer der „Dresdner Sezession“, mit der er auch im selben Jahr erstmals ausstellte.

Im „Dritten Reich“ konnte Heuer ab 1936 fast zehn Jahre nicht mehr ausstellen. Während des Zweiten Weltkrieges war Heuer Sanitäter im Pferdelazarett und führte in dieser Zeit zahlreiche Tierdarstellungen aus. Im Jahr 1944 heiratete er die Künstlerin Annemarie Strauß. Während des Kriegsdienstes stand er wegen seiner öffentlichen Aussage, dass er das Scheitern des Hitlerattentats im Juli 1944 bedauere, vor dem Kriegsgericht. Er konnte sich jedoch verteidigen und wurde wieder an die Front entlassen. Als französischer Kriegsgefangener gelangte Heuer in das Internierungslager am Genfer See. Bei einem der Bombenangriffe auf Dresden wurde 1945 mit dem Atelierhaus am Antonsplatz auch ein Großteil von Heuers Werken zerstört.

Nach seiner Freilassung 1946 wurde Heuer von 1948 bis 1950 Dozent für künstlerische Formgestaltung an der Hochschule für industrielle Formgestaltung auf Burg Giebichenstein in Halle. Ab 1950 war er als freischaffender Künstler in Dresden tätig und beteiligte sich an Ausstellungen. Die Nähe seiner Werke zum Kubismus konfrontierte ihn in der DDR mit dem Vorwurf des „Formalismus“. Nachdem eines seiner Gemälde aus einer Gemeinschaftsausstellung Dresdner und Stuttgarter Künstler entfernt wurde, durfte er bis 1977 nicht mehr an staatlichen Ausstellungen teilnehmen.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Karin Müller-Kelwing, Heuer, Joachim, in: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 72: Hennig–Heuler, hg. von Günter Meißner u. a., Berlin/Boston 2012, S. 535–536

-Karin Müller-Kelwing, Die Dresdner Sezession 1932. Eine Künstlergruppe im Spannungsfeld von Kunst und Politik, Hildesheim 2010, S. 186–187

- Joachim Heuer zum 90. Geburtstag. Annemarie Heuer-Strauß zum Gedächtnis, hg. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Ausst.-Kat. Albertinum Dresden), Dresden 1990

Werke

Zitronenpresse mit Obst

Mischtechnik auf Papier

50 × 60 cm

Gläser vor dem Fenster

Mischtechnik auf Papier

70 × 50 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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