
Künstler

Die Versuchung
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1934
Hinrichs, Erwin
1904
Schleswig (DEU)
-
1962
Rendsburg (DEU)
Erwin Hinrichs Schleswig (DEU) 1904 – Rendsburg (DEU) 1962 Ab 1914 besuchte Hinrichs zunächst das humanistische Gymnasium in Schleswig. Zwei Jahre später wurde er von Hans Holtorf (1899–1984), einem mit ihm bekannten Maler aus der Nachbarschaft, in die Wandervogel-Gruppe der Freideutschen Jugend eingeführt. Hinrichs entschloss sich noch vor seinem Schulabschluss, Maler zu werden. Nach seinem Abitur 1924 zog es ihn nach München, wo er die private Schule für Bildende Künste von Hans Hofmann (1880–1966) besuchte. Von 1924 bis 1929 studierte Hinrichs hier in den Wintersemestern und ergänzte sein Studium in den Sommermonaten bei seinem Bekannten Holtorf in der heimischen Landschaft in Langballig bei Flensburg. 1927 reiste Hinrichs für einige Zeit nach Italien. Nach dem Abschluss seines Studiums 1929 in München ging er als freischaffender Maler zurück nach Rendsburg. Ab 1932 wurden seine Werke regelmäßig ausgestellt. 1934 setzte sich Hinrichs mit religiösen Themen auseinander, und es entstanden das Gemälde „Die Versuchung“ und „Die Anbetung“. Ab 1935 schloss er sich mit Leonore Vespermann (1900–1974), Hans Rickers (1899–1979) und ab 1938 auch Erich Duggen (1910–1989) zur Aquarellgruppe der „Werksgemeinschaft Kieler Künstler“ zusammen, die ihre Werke gemeinsam ausstellten. Nach der Machtergreifung 1933 wurde diese Künstler:innengruppe wegen ihrer nordisch-heimatlichen Motive zunächst nur wenig durch die nationalsozialistische Zensur beeinträchtigt. Sie zeigten ihre Arbeiten in Liegnitz, Kiel, Hamburg und Wilhelmshaven. Um die Mitte des Jahres 1936 erhielt Hinrichs von der Deutschen Arbeitsfront den Auftrag, unter politischer Vorgabe Bilder für eine Betriebskunstausstellung anzufertigen. Doch bereits wenige Monate später wurde die Eröffnung seiner Einzelausstellung in der Galerie von der Heyde in Berlin wegen „Entartung“ vereitelt. Im Frühjahr 1939 fielen Hinrichs’ Bilder in der Galerie von der Heyde erneut der politischen Zensur zum Opfer. Hinrichs heiratete im selben Jahr die Hamburgerin Anna Marie Rosenstein (1910–1991). Noch vor dem Krieg lernte er in Berlin Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) kennen, und es entstand ein langanhaltender Briefwechsel. Im August wurde Hinrichs zum Wehrdienst in die Luftwaffe eingezogen. Nach seiner Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft 1945 arbeitete Hinrichs wieder als freischaffender Künstler, blieb aber ohne nachhaltigen Erfolg. Ab 1953 lehrte er als Kunsterzieher an der Freien Waldorfschule in Rendsburg. LITERATURAUSWAHL: -Wilhelm Wessling, Erwin Hinrichs. Malen gegen die Zeiten. Ein schleswig-holsteinisches Künstlerleben vor dem Hintergrund politischer und kunsthistorischer Umbrüche im 20. Jahrhundert, Husum 1996 (Veröffentlichungen des Städtischen Museums Schleswig 10), S. 24 -Rainer Zimmermann, Expressiver Realismus. Malerei der verschollenen Generation, München 1994, S. 389
Werke

Die Versuchung
Öl auf Leinwand
63,4 × 67,3