
Künstler

Bauerngarten
|
o.D.
Levin, Julo
1901
Stettin (POL)
-
1943
Auschwitz (POL)
Julo (Julius) Levin stammte aus einer in Stettin ansässigen, jüdischen Familie. Als kaufmännischer Lehrling besuchte er ab 1919 Abendkurse an der Stettiner Kunstschule. Im selben Jahr nahm er das Studium an der Kunstgewerbeschule in Essen auf und lernte bei Karl Kriete (1887–1968), Josef Urbach (1889–1973) und Johan Thorn Prikker (1868–1932). Er folgte seinem Lehrer Thorn Prikker 1921 an die Münchner Kunstgewerbeschule und 1923 an die Kunstakademie in Düsseldorf. Dort belegte er auch Kurse bei Heinrich Campendonk (1889–1957) und Heinrich Nauen (1880–1940), dessen Meisterschüler er wurde. Er schloss Freundschaft mit Franz Monjau (1903–1945). Nach dem Abschluss seines Studiums 1926 wurde Levin Mitglied des „Jungen Rheinlands“ um Johanna Ey (1864–1947) und später auch der „Rheinischen Sezession“ in Düsseldorf. Zwischen 1927 und 1930 beteiligte sich Levin an den Ausstellungen dieser Künstlergruppen, 1928 auch an der „Juryfreien Kunstschau“ in Berlin. Levin freundete sich mit Otto Pankok (1893–1966) an und reiste mit ihm an den Niederrhein und nach Paris. Ab 1928 wurde Levin Mitglied der „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (ASSO)“, die der KPD nahestand. Im Jahr 1931 folgte ein Aufenthalt in Südfrankreich. Levin scheute, wohl aufgrund der Befürchtung, andere Menschen zu gefährden, vor der Emigration oder dem Untertauchen zurück. Er wurde aus politischen Gründen und unter dem Vorwurf, Emigranten geholfen zu haben, verhaftet. Levin musste nun Zwangsarbeit als Straßen- und Friedhofshilfsarbeiter leisten. Zwischen 1936 und 1938 unterrichtete er als Zeichenlehrer an der jüdischen Volksschule in Düsseldorf sowie bis 1941 in Berlin an Privatschulen (Kaliski-Schule und Holdheim-Schule). Nach deren Schließung durch die Nationalsozialisten musste er wieder Zwangsarbeit leisten, zuletzt reinigte er Deportationszüge. Während seiner Zeit als Lehrer an den oben genannten Schulen sammelte der Künstler etwa zweitausend Zeichnungen der von ihm unterrichteten Kinder. Sein Freund Franz Monjau wurde noch 1945 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet, dessen Frau Mieke Monjau (1903–1997) versteckte sowohl Levins Bilder als auch die von ihm gesammelten Schülerarbeiten vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Levin wurde am 7. April 1943 verhaftet und am 17. April nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. Die Sammlung der Werke Levins wie auch der Schülerarbeiten ging in die von Monjau gegründete Stiftung Monjau-Levin über und wird heute vom Stadtmuseum Düsseldorf verwahrt.
Werke

Dorfkirche
Aquarell auf Papier
36 × 26 cm

Häuser
Aquarell auf Papier
28 × 40 cm

Häuser am Bodden
Öl auf Platte
34 × 35 cm

In den Dünen
Aquarell auf Papier
51 × 61 cm

Ostsee
Aquarell auf Papier
49 × 59 cm

Bauerngarten
Öl auf Hartfaserplatte
23 × 30 cm