
Künstler

Liegender Akt vor Stillleben
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1910
Levy, Rudolf
1875
Stettin (POL)
-
1944
Carpi (ITA)
Als Rudolf Levy 1908 Schüler im Pariser Atelier des renommierten Künstlers Henri Matisse wurde, entstand der liegende Akt vor Stillleben, der Teil der Sammlung Böhme ist. Gegen Ende des Jahres 1911 übernahm Levy sogar für einige Monate die Leitung der Académie Matisse. Diese Zeit war für Levy von internationalen Ausstellungen von Paris über Köln bis nach New York geprägt. Nach dem Aufenthalt in verschiedenen Städten ließ er sich 1921 in Berlin nieder, wo er später auch eine private Malschule am Kurfürstendamm gründete. Doch wegen seiner jüdischen Abstammung musste er ab 1933 Deutschland verlassen und diese folglich schließen. Im Laufe seines langjährigen Exils lebte er in verschiedenen Ländern. Er landete zunächst in Italien, dann in Paris und Mallorca. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 verließ Levy die Insel und bestieg ein Schiff nach New York. Doch trotz Aufenthaltserlaubnis wollte er nicht in den USA bleiben und kehrte nach Europa zurück. Im Dezember 1940 zog er nach Florenz, wo er seinen Lebensunterhalt durch Bildverkäufe bestreiten konnte. Sein Exilalltag war geprägt von ständiger Flucht vor Verfolgung, wechselnden Aufenthaltsorten und dem Versuch, trotz widriger Umstände als Künstler zu arbeiten. Wenige Jahre darauf wurde er von der Gestapo verhaftet, nachdem ihn als Kunsthändler getarnte Mitarbeiter der SS getäuscht hatten. Im Januar 1944 verstarb Levy auf einem Transport jüdischer Gefangener von Mailand in Richtung Auschwitz.
Werke

Blumenstrauß in Keramikkrug
Öl auf Leinwand auf Pappe aufgezogen
64,8 × 53,7 cm

Blumenstrauß in Keramikkrug (Studie)
Öl auf Leinwand
97,4 × 50 cm

Bildnis eines Knaben
Öl auf Karton
43 × 36 cm

Liegender Akt vor Stillleben
Öl auf Leinwand
97 × 130 cm

Fischerboote im Hafen
Öl auf Malkarton
42 × 52 cm