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2017 0188A

Künstler

2017 0188A

Grüne Äpfel

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o.D.

Loewenthal, Käthe

1878

Berlin (DEU)

-

1942

Izbica (POL)

Käthe Loewenthal

Berlin (DEU) 1878 – Izbica (POL) 1942

Mit Käthe Loewenthal begegnete uns eine Malerin, die konsequent und unabhängig ihren künstlerischen Werdegang ging und schon früh Anerkennung erlangte. Ihr Werk ist jedoch nur in Teilen überliefert. Käthe Loewenthal wurde 1878 als älteste von fünf Töchtern des Augenarztes Wilhelm Loewenthal, der an verschiedenen Universitäten lehrte, und seiner Frau Clara Loewenthal in Berlin geboren. Die jüdische Familie reiste oft wegen der wissenschaftlichen Tätigkeit des Vaters, und Käthe verbrachte somit ihre Kindheit an vielen verschiedenen Orten wie Genf, Lausanne, Paris und in Argentinien.

Während eines Aufenthalts in Bern zwischen 1892 und 1894 ließ sie sich taufen und konfirmieren. Loewenthal begann schon in jungen Jahren, künstlerisch zu arbeiten. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie bis 1897 bei Ferdinand Hodler. Im September 1900 besuchte sie einen Kurs für Landschaftsmalerei bei Wilhelm Feldmann in Zeven.

Nach mehreren Studienreisen nach Italien ging sie nach Berlin. Dort studierte sie zwischen 1903 und 1904 bei Leo von König in dessen privater Malschule. In dieser Zeit entstand eine enge Freundschaft und Liebesbeziehung zu der Malerin Erna Raabe Freiin von Holzhausen, die Schülerin bei Wilhelm Trübner in Frankfurt am Main war. Ab 1905 arbeitete Loewenthal als freischaffende Künstlerin in München.

Sie wurde Mitglied im Künstlerinnen-Verein München, wo sie Kurse der vereinseigenen Damen-Akademie besuchte. Das in dieser Zeit um 1905/06 gemalte Stillleben „Grüne Äpfel“ ist eines der wenigen heute noch erhaltenen Ölbilder. Zum Jahreswechsel 1909/10 bezog die Künstlerin ein Atelier im Haus des Württembergischen Malerinnenvereins in Stuttgart. Im Jahr 1910 begann sie dort an der Akademie der Bildenden Künste, wo sie die Damen-Malschule von Adolf Hölzel besuchte. Ab 1912 verbrachte sie die Sommermonate auf Hiddensee und arbeitete dort an Seestücken und Landschaftsbildern. In Stuttgart war sie ab 1914 als freischaffende Malerin tätig und beteiligte sich regelmäßig an Ausstellungen, darunter auch der Stuttgarter Sezession.

Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft erhielt Loewenthal ab 1934 Malverbot, worauf die Kündigung ihres Ateliers und der Ausschluss aus dem Württembergischen Malerinnenverein folgten. Sie durfte weder an Ausstellungen teilnehmen noch Bilder verkaufen. Im Jahr 1939 erfolgte der Umzug in eine „Judenwohnung“ in Stuttgart-Kaltental.

Im Februar 1942 wurde sie in das Durchgangslager Izbica bei Lublin im besetzten Polen deportiert, wo sie ermordet wurde. Bei einem Bombenangriff auf Stuttgart 1943 wurden zahlreiche ihrer in einem Magazin eingelagerten Werke zerstört, darunter vor allem Gemälde.

Werke

Grüne Äpfel

Öl auf Pappe

33,9 × 57 cm

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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