
Künstler

Alte Frau am Wege (Elsass)
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1899
Nussbaum, Jakob
1873
Rhina (DEU)
-
1936
Kinneret (ISR)
Jakob Nussbaum wurde 1873 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Rhina in Oberhessen geboren. 1883 übersiedelte die Familie nach Frankfurt am Main. Dort absolvierte Nussbaum zunächst eine kaufmännische Lehre im elterlichen Geschäft, konnte aber seine Eltern überzeugen, ihm eine künstlerische Ausbildung zu erlauben. Diese begann 1893 mit dem Besuch der privaten Kunstschule des ungarischen Malers Simon Hollósy (1857–1918) in München. Bereits ein Jahr später setzte Nussbaum seine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Gabriel Hackl (1843–1926) fort. Bis Ende der 1890er-Jahre besuchte er die von Hollósy gegründete Malerkolonie in Nagybánya (heute Baia Mare, Rumänien) in Siebenbürgen, wo er sich mit der Freilichtmalerei auseinandersetzte. Ab 1901/02 begann eine langjährige Freundschaft mit Max Liebermann (1847–1935), mit dem er 1908 eine Reise nach Holland unternahm. Von 1903 bis 1904 reiste Nussbaum nach Tunesien, später unternahm er auch eine Mittelmeerreise nach Malta. 1904 wurde er Mitglied der „Berliner Sezession“. In dieser Zeit pendelte er zwischen München, Berlin und Frankfurt am Main und beteiligte sich an vielen Ausstellungen, so auch 1902 an der „Berliner Sezession“. Nussbaum ließ sich in Frankfurt am Main nieder und porträtierte prominente Frankfurter Persönlichkeiten, darunter die Familie des Kaufmanns Martin Flersheim (1856–1935) sowie Ludwig Rottenberg (1864–1932) und Ottilie W. Roederstein. Im Jahr 1907 folgte eine gemeinsame Ausstellung mit Paul Klimsch (1868–1917), Wilhelm Trübner (1851–1917), Hans Burnitz (1875–1929) und anderen Künstlern des „Frankfurt-Cronberger Künstlerbundes“, dessen erster Vorsitzender Nussbaum von 1919 bis 1929 wurde. 1922 gründete er die Frankfurter Künstlerhilfe. Nussbaum bezog 1924 ein Atelier in der Städtischen Kunstgewerbeschule und leitete dort ab 1926 ein Meisteratelier. Im Jahr 1929 wurde ihm neben Max Beckmann (1884–1950), Reinhold Ewald und Richard Scheibe (1879–1964) der Ehrenpreis der Stadt Frankfurt am Main verliehen. Im April 1932 wurde Nussbaums Lehrvertrag an der Städtischen Kunstgewerbeschule im Städelschen Kunstinstitut auf unbestimmte Zeit verlängert. Anlässlich seines sechzigsten Geburtstags wurde Nussbaum zum Ehrenmitglied des „Frankfurter Künstlerbundes“ ernannt. Bereits kurze Zeit nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde ihm die Professur aberkannt, das Meisteratelier entzogen und er wurde als Jude entlassen. Nussbaum legte alle Ämter nieder und versteckte seine Gemälde im Städelschen Kunstinstitut. Diese wurden in gezielt falsch beschrifteten Kisten eingelagert, wodurch sie den Krieg überdauerten. Nussbaum wanderte im Oktober 1933 in das britische Mandatsgebiet Palästina aus und ließ sich am See Genezareth nieder.
Werke

Alte Frau am Wege (Elsass)
Öl auf Leinwand
40 × 60 cm