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2021 0472A

Künstler

2021 0472A

Pariser Ansicht mit Seine

|

o.D.

Païlés, Isaac

1895

Kiew (UKR)

-

1978

Paris (FRA)

Das Leben in Paris war für den Künstler Isaac Païlès ein Traum, den er sich mehrmals erfüllte. Bereits im jungen Alter interessierte er sich für die Bildhauerkunst und zeigte seine Werke 1910 an der Kunstakademie in Kyjiw. Dank der Unterstützung seines Vaters konnte er drei Jahre darauf mit Emmanuel Mané-Katz (1894–1962) als Zimmergenossen an der École des Beaux Arts in Paris studieren. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges entschloss er sich zur Rückkehr nach Kyjiw und stahl aus Not in der Russischen Botschaft Geld. So konnte er über London, Norwegen, Schweden und Finnland nach Hause gelangen. Mit Ausbruch der Russischen Revolution 1917 desertierte Païlès vom Kriegsdienst. Er überredete einen Schiffskapitän, ihn im Tausch gegen einen Goldring mitzunehmen, und gelangte so schließlich nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul.

Unvergesslich blieb für Païlès die Zeit in Paris, daher gab er sich als Seemann aus und segelte mit der improvisierten Identität zurück nach Westeuropa. In Paris angelangt, begab sich der Künstler auf direktem Weg in das Café La Rotonde. Dort traf er auf seine Künstler:innenfreunde, die ihm Kleidung sowie einen Schlafplatz anboten. In den 1920er Jahren gab er die Bildhauerei auf, um sich einem neuen Kunstgenre, der Malerei, zu widmen. Im französischen Rochefort schloss er sich nach Beginn des Zweiten Weltkrieges einer Gruppe der Résistance an, blieb vermutlich weitgehend im Hintergrund und hoffte auf ein baldiges Kriegsende. Als im Februar 1943 in der kollaborierenden Vichy-Regierung der Service du Travail Obligatoire (STO) eingeführt wurde, erhielt der mittlerweile fast fünfzigjährige Païlès eine Aufforderung zur Zwangsarbeit. Kurz darauf wurden nahezu alle französischen Männer – unabhängig vom Alter – zum Arbeitsdienst in der deutschen Rüstungsindustrie herangezogen.

Um der Zwangsarbeit zu entgehen, tauchte der Künstler für elf Monate auf einem Dachboden in Deutschland unter, bevor er die erneute Rückkehr nach Frankreich antrat. Dieser Weg ist nicht rekonstruierbar, plausibel ist jedoch, dass Païlès heimlich über die deutsch-französische Grenze gelangte, vermutlich mit Hilfe von Unterstützern oder über abgelegene Wege unter falscher Identität. Erst 1948 entstanden in seinem früheren Atelier in Montparnasse die ersten seiner abstrakten Werke der Nachkriegszeit.

 

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Nature morte aux fruits

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

nan

Pariser Ansicht mit Seine

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

48 × 59 cm

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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