Skip to Content
Museum logo de web
2018 0265A

Künstler

2018 0265A

Damenporträt

|

1942

Platek, Felka

1899

Warschau (POL)

-

1944

Auschwitz (POL)

Geboren in Warschau, das seinerzeit zum Russischen Kaiserreich gehörte, lebte Felka Platek mit ihren Eltern in einem jüdischen Viertel. Zur Ausbildung kam sie 1923/24 nach Berlin und begann, an der Lewin-Funcke-Schule in Charlottenburg Porträtmalerei zu studieren. Dort arbeitete sie 1924/25 in der Klasse von Ludwig Meidner (1884–1966) und begegnete ihrem späteren Lebensgefährten und Ehemann Felix Nussbaum (1904–1944). Im Oktober 1932 begleitete sie Nussbaum, der ein Stipendium für die Villa Massimo erhalten hatte, nach Rom. Im Mai 1933 ereignete sich dort ein für sie und Nussbaum folgenreicher Zwischenfall. Mit dem Maler Hanns Hubertus Graf von Merveldt, ebenfalls Stipendiat in der Villa Massimo, kam es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Dieser galt als glühender Nationalsozialist und beschuldigte Nussbaum des Ideendiebstahls. Nussbaum widersprach Merveldt, und dieser wurde gewalttätig, woraufhin Nussbaum ärztlich behandelt werden musste. Gleichwohl mussten Merveldt sowie Platek und Nussbaum die Villa Massimo verlassen. Letztere hielten sich dann eineinhalb Jahre in wechselnden Unterkünften an der italienischen Riviera sowie in Frankreich auf. Bedingt durch die bedrohliche politische Entwicklung in Deutschland emigrierten beide 1935 in das belgische Seebad Ostende, wo sich viele deutsche Emigrant:innen aufhielten. Platek genoss mit Nussbaum die materielle Unterstützung von James Ensor (1860–1949), der ihnen den Aufenthalt in Belgien ermöglichten.

Im Jahr 1937 heirateten Platek und Nussbaum in Brüssel, wo sie eine Wohnung bezogen. Kurz nach der deutschen Besetzung Belgiens im Mai 1940 wurde Nussbaum in das Internierungslager Saint-Cyprien nach Südfrankreich gebracht. Dort gelang ihm die Flucht, und er kehrte nach Brüssel zurück. Während seiner Abwesenheit pflegte Platek ein enges, freundschaftliches Verhältnis zu einem Mann, der sich unter dem Namen „Kern“ als Unterstützer von Emigrant:innen ausgab und sich 1942 als Gestapomann entpuppte.

Die erschwerten Lebensumstände durch die Verordnung über das Tragen des Judensterns 1942 führten dazu, dass Platek und Nussbaum gezwungen waren, ihre Wohnung zu verlassen. Sie fanden Unterschlupf bei dem befreundeten Ehepaar Margrit und Dolf Ledel (1893–1976) in der Rue Archimède, wo sie in einer Mansarde bis 1943 bleiben konnten. Ende Mai/Anfang Juni 1943 fanden Felka Platek und Nussbaum eine Souterrainwohnung als Versteck, doch sie wurden mit ihrem Mann am 20. Juni 1944 entdeckt und in das Sammellager Mechelen gebracht. Am 31. Juli verließ der letzte Deportationszug das Lager in Richtung Auschwitz, wo Felka Platek im August 1944 ermordet wurde.

Werke

Damenporträt

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

78,4 × 57,1 cm

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

Sign up for our newsletter

crossmenuarrow-right