
Künstler

Porträt Fotograf Carl Zwickl
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1932
Reiser, Carl
1877
Partenkirchen (DEU)
-
1950
Garmisch-Partenkirchen (DEU)
Zwischen der Tätigkeit als Gestalter sozialdemokratischer Wahlplakate in der Weimarer Republik und der Teilnahme an der Großen Deutschen Kunstausstellung unter dem NS-Regime: Carl Reiser war politisch links orientiert, hatte jedoch einen Malstil, dessen regionale Motive auch dem NS-Kunstverständnis entsprachen. Nach einer Ausbildung zum Hotelfachmann ging Reiser nach London und erkannte dort seine eigentliche Berufung: die Malerei. Seine Werke verkauften sich zunächst „spielend leicht“ in Brakls Moderner Kunsthandlung München. Auf Empfehlung des Galeristen wurden sie 1912 im Kunsthaus Zürich gezeigt, jedoch von der Kritik als bloße „schöne Sachen“ abgetan. 1927 erfuhr Reiser in der Großen Berliner Kunstausstellung gemeinsam mit Künstler:innen der Verlorenen Generation wie Anne Ratkowski-Wanger oder Arthur Degner Aufwind. Vom Staatsministerium für Unterricht und Kultur erhielt er den Titel „Professor für Bildende Kunst“. Auch dem NS-Regime entgingen seine Bilder nicht; wegen ihrer regionalen Motive fanden sie Anklang. 1932 entstand auf dem Höhepunkt seiner Karriere das Porträt des Fotografen Carl Zwickl, der im Geburtsort des Künstlers arbeitete. Politisch war Reiser dem Nationalsozialismus jedoch abgeneigt. 1932 entwarf er das Wahlplakat „Zerreißt das Netz, wählt Sozialdemokraten“, das Bayern von einer schwarzen Witwe mit Hakenkreuz bedroht zeigte. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurde er öffentlich als „Judenfreund“ diffamiert und aus dem Werdenfelser Künstlerbund ausgeschlossen. Obwohl der Künstler sein Münchner Atelier verließ und nach Partenkirchen zurückkehrte, kaufte die Stadt Braunau 1940 ein Gemälde für das Geburtshaus Hitlers an.
Werke

Porträt Fotograf Carl Zwickl
Öl auf Leinwand;Oil on canvas
90 × 70 cm