
Künstler

Badendes Liebespaar
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1939
Sohn-Rethel, Alfred
1875
Düsseldorf (DEU)
-
1958
Tübingen (DEU)
Die Lebensgeschichte des Künstlers Alfred Sohn-Rethel war geprägt von Verfolgung, Flucht und einer zwischen 1933 und 1945 verbotenen Ehe. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet seine Familie zunehmend unter Druck, da seine Kinder aufgrund der jüdischen Herkunft ihrer Mutter als „jüdische Mischlinge ersten Grades“ galten. 1936 emigrierte sein Sohn Alfred Karl in die Schweiz. Trotz der Gleichschaltung der Kultureinrichtungen blieb Sohn-Rethel zunächst arbeitsfähig, da er seit 1934 Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste war. Die antisemitische Gesetzgebung, insbesondere das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ von 1935, verbot jedoch Ehen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen. Auch die Ehe von Alfred und Anna Julie Sohn-Rethel wurde 1937 geschieden. Obwohl das Paar weiterhin Kontakt hielt, wurde der Künstler 1939 aus dem Bund Deutscher Maler und Graphiker ausgeschlossen. Im selben Jahr entstand das Gemälde Badendes Liebespaar, das einen intimen Moment zwischen Mann und Frau zeigt und als stiller Verweis auf die verbotene Beziehung gelesen werden kann. Während des Krieges wurden Anna Julie und die Tochter Elisabeth mithilfe des Schauspielers Heinrich George vor weiterer Verfolgung geschützt. Nach Kriegsende heirateten die Eheleute 1946 erneut und zogen nach Süddeutschland, wo Sohn-Rethel als Mal- und Zeichenlehrer arbeitete. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Badendes Liebespaar
Öl auf Leinwand;Oil on canvas
70 × 82,7 cm