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2023 0594A

Künstler

2023 0594A

Vor der Kneipe

|

o.D.

Tappert, Georg

1880

Berlin (DEU)

-

1957

Berlin (DEU)

Mit Georg Tappert begegnet uns ein Künstler, der stets darum bemüht war, unterschiedliche künstlerische Malstile zu vereinigen. So setzte er sich ab 1919 für den künstlerischen Nachwuchs ein, indem er sich bei einer Umfrage im Rahmen der Publikation „Ja, Stimmen des Arbeitsrates für Kunst“ für den frühkindlichen Malunterricht sowie gegen eine Geschlechtertrennung in Malkursen einsetzte. Die eigene, ganz individuelle, Fantasie nahm für Tappert einen hohen Stellenwert ein und sollte durch Lehrer gefördert werden, ganz nach seiner Devise: „Nicht stören, hier malt einer!“.

Auch Tappert war als Zeichenlehrer tätig und wurde 1921 zum Professor an der Staatlichen Kunstschule in Berlin berufen sowie zum Direktor der Kunstgewerbeschule in Hannover ernannt, letztere Position lehnte er jedoch ab. Bereits seit 1919 war er an der Reimann-Schule tätig, wo er als besonders anerkannter Zeichenlehrer galt. Dort wurden nahezu 800 Schülerinnen und Schüler aus dem In- und Ausland unterrichtet, ungefähr 30 davon in der Klasse „Akt und Komposition“ unter Tappert. Neben seinem pädagogischen Wirken war der Künstler Mitglied der Novembergruppe und pflegte Kontakte zu Paula Modersohn-Becker, die er vermutlich in Worpswede kennenlernte.

Zu seinen bevorzugten Motiven zählten vor allem Großstadtmomente, wie Varieté, Revue oder Zirkusdarstellungen. Aber auch Eindrücke aus dem bürgerlichen Straßenmilieu, wie das sich in der Böhme Collection befindliche, aber undatierte Werk „Vor der Kneipe“. Diese Straßenszenen entstanden kurz vor Machtübernahme der Nationalsozialisten und zeigten meist die Berliner Boulevard-Cafés. Bis 1933 nahm Tappert zudem den weiblichen Akt wiederholt in sein Werk auf, selbst Max Liebermann äußerte sich anerkennend zu den „schönen Mädchen“ in seinen Arbeiten. Aufgrund seiner intensiven Lehrtätigkeit sind nur wenige Frühwerke des Künstlers erhalten.

Nachdem am 18. Februar 1933 mehrere Männer in SA-Uniform während einer Schülerprüfung in die Kunstklassen eingedrungen waren, darunter Tapperts und die Absetzung einiger Professoren zugunsten „nationaler Kunstlehrer“ gefordert hatten, wurde Tappert noch am selben Abend zwangsbeurlaubt. Aufgrund seiner Beliebtheit bei Kollegen und Studierenden wurde diese Maßnahme zunächst aufgehoben, mit der Gleichschaltung der Kunst- und Kulturpolitik war seine Entlassung jedoch absehbar. Noch im selben Jahr wurde Tappert aus allen Diensten und Vereinigungen entlassen und 1937 auch aus dem Vorstand des Deutscher Werkbund ausgeschlossen. Tappert zog sich daraufhin zurück und verbrachte die Kriegsjahre in Berlin oder auf Reisen, in deren Verlauf Landschaftsgemälde entstanden, unter anderem in der Fränkischen Schweiz und auf Sylt.

Weiterführende Information finden Sie in unserem Sammlungskatalog "Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichte". Dieser ist Hier erhältlich.

Werke

Vor der Kneipe

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

49,2 × 39,5 cm

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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