Künstler

Wohlwill, Gretchen
1878
Hamburg (DEU)
-
1962
Hamburg (DEU)
Margarethe „Gretchen“ Wohlwill war zur Zeit der Weimarer Republik eine erfolgreiche und finanziell unabhängige Malerin in Hamburg. Ihre Werke wurden von der Kunsthalle angekauft, und 1931 erhielt sie einen bedeutenden Auftrag für Wandgemälde am Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft aus dem Schuldienst entlassen und aus der Hamburgischen Künstlerschaft ausgeschlossen, wodurch sie ihre berufliche Grundlage verlor. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten mehrere ihrer Werke als „entartet“, und ihre Wandbilder wurden mit nationalsozialistischen Motiven übermalt. Wohlwill plante daraufhin ihre Emigration nach Portugal, wo ihr Bruder lebte. Noch vor ihrer Abreise ging jedoch ihr gesamter Besitz im Hamburger Hafen verloren, nachdem der Transport geplündert und verkauft wurde. Um der drohenden Deportation zu entgehen, emigrierte sie im März 1940 über Italien nach Lissabon. Dort lebte sie unter äußerst schwierigen Bedingungen, war von Krankheiten und Einsamkeit geprägt und verdiente ihren Lebensunterhalt mit Stoffmalerei, Nähen und Sprachunterricht. Die Kriegsjahre in Portugal bezeichnete sie später als die schwerste Zeit ihres Lebens. Erst nach dem Krieg fand Wohlwill wieder Anerkennung als Künstlerin. 1948 erhielt sie in Portugal den Kunstpreis Premio Francisco da Holanda, bevor sie 1952 nach Hamburg zurückkehrte. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

table still life
Öl auf Leinwand;Oil on canvas
50,5 × 66 cm

Stillleben mit Geige
Öl auf Leinwand;Oil on canvas
50,5 × 66 cm