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2016 0013

Künstler

2016 0013

Kubistisches Stillleben mit Mandoline

|

o.D.

Brandt, Marianne

1893

Chemnitz (DEU)

-

1983

Kirchberg (DEU)

Marianne Brandt

Chemnitz (DEU) 1893 ‒ 1983 Kirchberg (DEU)

Marianne Brandt wurde als Marianne Liebe 1893 in Chemnitz geboren. Sie studierte ab 1911/12 für sechs Jahre Malerei und Bildhauerei an der Weimarer Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst. Im Jahr 1919 heiratete sie den norwegischen Maler Erik Brandt (1897–1947). Daraufhin arbeitete sie bis 1923 als freischaffende Künstlerin mit einem eigenen Atelier in Weimar. Im Jahr 1921 nahm sie Kurse in Bildhauerei bei Richard Engelmann (1868–1966) an der Kunsthochschule in Weimar. Im Wintersemester 1923/24 begann sie, am Weimarer Bauhaus zu studieren. Sie belegte den Grundkurs bei Josef Albers (1888–1976) und László Moholy-Nagy (1895–1946) und erhielt auch Unterricht von Wassily Kandinsky (1866–1944) und Paul Klee (1879–1940). In der Metallwerkstatt des Bauhauses begann Brandt 1924 ihre Lehre als Silberschmiedin. Dies war ungewöhnlich, da die Frauen im Bauhaus zumeist in die Webereiklasse geschickt wurden. Nach dem Umzug des Bauhauses nach Dessau reiste das Ehepaar für neun Monate nach Paris, und Brandt setzte ihr Studium erst im Sommer 1925 fort. Für das neue Gebäude des Bauhauses in Dessau entwarf Brandt die Lampen. Für ihre Lampendesigns und Kannen ist Marianne Brandt heute berühmt. Ab 1927 war sie Mitarbeiterin der Metallwerkstatt, deren stellvertretende Leiterin sie im Jahr darauf wurde. 1929 war sie bereits Mitarbeiterin im Architekturbüro von Walter Gropius (1883–1969) in Berlin und war besonders an der Inneneinrichtung und Möblierung der Siedlung Dammerstock in Karlsruhe beteiligt. Von 1930 bis 1933 entwarf Brandt Prototypen für die Metallwarenfabrik Ruppelwerk in Gotha.

Nachdem sie ab 1924 zunächst als Teil der Bauhaus-Avantgarde europaweit Anerkennung fand, wurde ihre Karriere 1933 unterbrochen. Als Schülerin und Mitarbeiterin des Bauhauses wurde Brandt als „entartet“ geführt. Zudem scheiterte ihre Ehe. Durch die Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Armut konnte sie sich kaum Materialien leisten und ging in die innere Emigration. Wieder in Chemnitz bei ihren Eltern lebend, widmete sie sich privat der Malerei und Weberei. Im Jahr 1949 fand sie wieder Arbeit und konnte in Dresden Fuß fassen, wo sie als Dozentin an die Staatliche Hochschule für Werkkunst berufen wurde. Ihre Arbeiten für das Bauhaus und ihre avantgardistischen Designs fanden in der DDR dennoch keinen Anklang, wodurch Aufträge ausblieben. Im Jahr 1951 wurde Brandt durch Mart Stam (1899–1986) als Dozentin an die Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee berufen und arbeitete am Institut für Industrielle Gestaltung in Berlin. Von 1953 bis 1954 hielt sie sich in China auf, um die Ausstellung Deutsche Angewandte Kunst in Peking und Shanghai zu betreuen. Danach zog sie nach Chemnitz zurück und widmete sich erneut Privatem. Mit über achtzig Jahren übersiedelte Brandt 1976 nach Kirchberg in Sachsen, wo sie im Juni 1983 verstarb.

LITERATURAUSWAHL:

-Libby Sellers, Designerinnen des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart, in: Gegen die Unsichtbarkeit. Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938, hg. von Tulga Beyerle und Klára Němečková (Ausst.-Kat. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kunstgewerbemuseum), München 2018, S. 37 ›

-Ulrike Müller u. a., Bauhaus-Frauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design, 2. Aufl. München 2009

-Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“. Geburtsjahrgänge 1890–1910, München 2000, S. 290

Werke

Kubistisches Stillleben mit Mandoline

Öl auf Pressspanplatte

30 × 51 cm

Dampferanlegestelle an der Elbe

Aquarell und Tusche auf Papier

48,5 × 63,5 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
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