
Künstler

Der Wasserträger
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1927
Dollerschell, Eduard
1887
Wuppertal (DEU)
-
1946
Wülfrath (DEU)
Eduard Dollerschell Wuppertal (DEU) 1887 – 1946 Wülfrath (DEU) Eduard Dollerschell wurde als zwölftes Kind in einfachen Verhältnissen geboren. Er absolvierte zunächst eine Lehre als Lithograf. Der sich anschließende Besuch der Kunstgewerbeschule bei Fritz Bernuth (1904–1979), Julius Mermagen (1874–1954) und Hans Seitz in Wuppertal markierte den Anfang seiner Künstlerlaufbahn. Ein Mäzen ermöglichte ihm das Studium an der Münchner Kunstakademie bei Angelo Jank (1868–1940) und Franz von Stuck (1863–1928). Erste grafische Arbeiten entstanden unter Ferdinand Schmutzer (1870–1928) und Max Pollak (1886–1950), die 1910 erstmals in Wien ausgestellt wurden. Ab 1912 setzte er sein Studium in Paris fort. Dort begegnete er Wilhelm Lehmbruck (1881–1919), der ihn in die Kunst der Kaltnadelradierung einführte. Im Jahr 1912 konnte er erstmals im Salon d'Automne ausstellen. In Marseille wurde Dollerschell 1914 vom Ausbruch des Krieges überrascht und kehrte zurück nach Deutschland. Er war als Kriegsmaler in Russland und an der Westfront tätig. Nach dem Krieg wurde sein neues Atelier in Wuppertal ein Zentrum kulturellen Lebens, wo sich Musiker, Schauspieler, Schriftsteller und Maler zum Austausch trafen. In den 1920er-Jahren unternahm Eduard Dollerschell viele Reisen und entschloss sich, ab 1927 einige Jahre in Paris zu leben. Nach 1933 wurden Teile seiner Werke als „entartete“ Kunst diffamiert und zwölf Werke aus öffentlichem Kunstbesitz entfernt. So auch die 1919 entstandenen expressionistischen Mappen Moloch (Kaltnadelradierung) und Totentanz (Holzschnitt) mit Texten des Schriftstellers Karl Robert Schmidt. Daraufhin versteckte Dollerschell seine Bilder in einem Raum hinter seinem Atelier in Wuppertal. Nach dessen Zerstörung bei einem Luftangriff 1943 gründete er in Wülfrath eine neue Niederlassung. Bis 1945 wurde eine Professur zweimal abgelehnt. Ein großer Teil des Nachlasses wird heute im Niederbergischen Museum in Wülfrath aufbewahrt. LITERATURAUSWAHL: -Eduard Dollerschell – ein bergischer Künstler. Begleitheft und Katalog, hg. vom Trägerverein Niederbergisches Museum in Wülfrath e. V. (Ausst.-Kat. Niederbergisches Museum Wülfrath), Wülfrath 2008) - Martin Papenbrock, „Entartete Kunst“, Exilkunst, Widerstandskunst in westdeutschen Ausstellungen nach 1945. Eine kommentierte Bibliographie, Weimar 1997 (Schriften der Guernica-Gesellschaft 3), S. 443Formularbeginn -Dollerschell-Kabinett. Eröffnet zum hundertsten Geburtstag des bergischen Radierers und Malers Eduard Doller - schell am 12. Mai 1987, hg. vom Niederbergischen Museum Wülfrath (Ausst.-Kat. Niederbergisches Museum Wülfrath), Köln 1987
Werke

Akt einer jungen Frau auf grünem Sofa
Öl auf Leinwand
95 × 78 cm

Der Wasserträger
Öl auf Leinwand
98 × 74 cm

Jugend und Alter
Öl auf Leinwand
98 × 86 cm