Skip to Content
Museum logo de web
2016 0027

Künstler

2016 0027

Porträt der Malerin Käthe Schmitz Imhoff (1893–1985)

|

1927

Eisenschitz, Willy

1889

Wien (AUT)

-

1974

Paris (FRA)

Willy Eisenschitz

Wien (AUT) 1889 – 1974 Paris (FRA)

Willy Eisenschitz wurde als Sohn einer jüdischen Anwaltsfamilie in Wien geboren. Gegen den Wunsch seiner Familie nach einem wirtschaftlichen oder juristischen Studium begann er 1911 mit dem Studium an der Akademie der bildenden Künste. Angeregt durch die vielfältigen Kunstströmungen in Frankreich ging er 1912 nach Paris und setzte sein Studium an der Académie de la Grande Chaumière bei George Desvallières (1861–1950) fort. Er wohnte bei seinem Onkel, dem Kunstsammler Otto Eisenschitz und Schwager von Henri Bergson (1859–1941). In Paris lernte er die Malerin Claire Bertrand (1890–1969) kennen und heiratete sie im Jahr 1914. Der Versuch, zu Beginn des Ersten Weltkrieges nach Österreich zurückzukehren, scheiterte, weil er in Frankreich festgenommen und in einem Lager bei Angers an der Loire interniert wurde. Seine Frau Claire folgte ihm freiwillig dorthin. Im Internierungslager wurden sein Sohn David (1915) und die Tochter Evelyn geboren, die spätere Malerin Evelyn Marc (1915–1992).

Wegen einer Tuberkuloseerkrankung zog er nach der Entlassung mit seiner Frau und den beiden Kindern in die Schweizer Berge nach Luzern und kehrte 1920 nach Paris zurück. Dort beteiligte er sich 1922 am Salon des Indépendants.

Im Jahr 1924 stellte Eisenschitz in der Galerie Berthe Weill in Paris aus. Zwischen 1923 und 1924 kam es erneut zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen und die Familie Eisenschitz übersiedelte nach Dieulefit, einem Luftkurort in der Drôme, und später nach La Valette-du-Var, einem Nachbarort von Toulon. In dem alten Kloster Le Couvent de Minimes richtete er sein Atelier ein. Er wurde Mitglied der „Société Nationale des Beaux-Arts“ und nahm 1928 erstmals an der Ausstellung im Salon d’Automne in Paris teil.

Ab 1931 musste er wegen einer Arthritis und seiner Lungenkrankheit längere Zeit auf Ölfarben verzichten und entdeckte dabei die Aquarellmalerei. Zahlreiche Ausstellungen, darunter 1933 in der „Wiener Sezession“, 1934 in der Adams Brothers Gallery in London und 1935 in Honolulu auf Hawaii an der Academy of Arts, folgten. Auf der Pariser Weltausstellung 1937 erhielt er die Goldmedaille. In Paris pflegte er engen Kontakt mit Josef Floch (1894–1977), Viktor Tischler (1890–1951), Georg Merkel (1881–1976) und Walter Bondy (1880–1940). Obwohl Eisenschitz 1935 französischer Staatsbürger wurde, hielt er weiterhin an seinen Beziehungen zu Österreich fest. Dennoch litt er aufgrund seiner jüdischen Herkunft unter Repressalien. Im Jahr 1942 wurde sein Wohnsitz beschlagnahmt und 1943 wurde die Familie von Freunden im Bergdorf Dieulefit versteckt, wohin sich viele jüdische Künstler zurückgezogen hatten. Eisenschitz arbeitete unter dem Pseudonym „Villiers“ weiter. Im Jahr 1944 wurde sein Sohn David wegen seiner Aktivität in der Résistance von den Nazis inhaftiert und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Eisenschitz kehrte 1945 nach Südfrankreich zurück. In den folgenden Jahren nahm er an zahlreichen Ausstellungen teil, so 1949 in der Galerie Allard in Paris, in der Galerie Bernheim und in der Galerie Durand-Ruel. Nach dem Tod seiner Frau 1969 zog er wieder nach Paris.

LITERATURAUSWAHL:

- Nadine Nieszawer und Déborah Princ, Artistes juifs de l‘école de Paris / Jewish Artists of the School of Paris 1905–1939, Paris 2015, S. 417–418

- Julia Schwaiger, Willy Eisenschitz. Kunsthandel Widder, hg. von Roland Widder, Wien 2010

- Jean Perreau, Willy Eisenschitz. Werkverzeichnis 1889–1974, Wien 1999

Werke

Porträt der Malerin Käthe Schmitz Imhoff (1893–1985)

Öl auf Leinwand

61 × 50 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

crossmenuarrow-right