
Künstler

Selbstporträt
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o.D.
Frank, Alfred
1884
Lahr/Schwarzwald (DEU)
-
1945
Dresden (DEU)
Alfred Frank Lahr/Schwarzwald (DEU) 1884 – 1945 Dresden (DEU) Alfred Frank wurde als Sohn einer Gärtnerfamilie am 28. Mai 1884 in einfache Verhältnisse in Lahr im Schwarzwald geboren. Zunächst lernte er den Beruf des Lithografen und bildete sich während seiner Berufstätigkeit künstlerisch an der Kunstgewerbeschule weiter; später wurde er auch bildhauerisch tätig. Er unternahm 1905 und 1910 Reisen nach Italien. Im Jahr 1906 ging er nach Leipzig und besuchte nebenberuflich die Abendschule der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe. Schließlich begann er 1912, dort bei Alois Kolb (1875–1942) und Bruno Héroux (1868–1944) zu studieren und widmete sich nur noch der Kunst. Aufgrund des Ersten Weltkrieges musste er 1915 sein Studium unterbrechen und diente als Soldat in Flandern und Nordfrankreich. Nach Kriegsende setzte er sein Studium an der Akademie in Leipzig fort und wurde Meisterschüler von Alois Kolb. Seit 1906 war Frank Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und suchte als Soldat die Verbindung zur Spartakusgruppe. Infolgedessen wurde er in den Arbeiter- und Soldaten-Rat gewählt und gehörte ab 1918 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) an. Er stellte seine künstlerische Tätigkeit fortan in den Dienst der Partei, entwarf Plakate und war von 1923 bis 1933 als Pressezeichner für die Sächsische Arbeiterzeitung tätig. Frank unterrichtete an der Volkshochschule in Leipzig sowie an der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH). Zudem förderte er die Arbeiter-Zeichner-Bewegung und galt als Mitbegründer der „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (ASSO)“, deren Vorsitzender er wurde. Die Ideen der revolutionären Arbeiterklasse verlagerte Frank immer mehr in den Fokus seiner künstlerischen Tätigkeit. Nach der Machtergreifung wurde Frank 1933 zum ersten und 1934 zum zweiten Mal verhaftet und wegen „Verbreitung hochverräterischer Druckschriften“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Bei einer Hausdurchsuchung wurde der Atelierbestand beschlagnahmt und zum größten Teil von den Nationalsozialist:innen vernichtet. Trotzdem fertigte Frank für die KPD und den Widerstand weiter Linolschnitte, Flugblätter und Plakate an. Er war im Rahmen der Schumann-Engert-Kresse Gruppe um Georg Schumann (1886–1945), Otto Engert (1895–1945) und Kurt Kresse (1904–1945) für die Leipziger Widerstandsgruppe Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) tätig. Am 19. Juli 1944 wurde Frank erneut von der Gestapo wegen „Wehrkraftzersetzung, Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung“ verhaftet und am 23. November zum Tod verurteilt. Auch Franks Ehefrau wurde verhaftet und zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 12. Januar 1945 wurde Frank in Dresden hingerichtet. LITERATURAUSWAHL: -Valentyn M. Fomenko, Frank, Alfred, in: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 44: Franconi–Freyenmuth, hg. von Günter Meißner u. a., München/Leipzig 2005, S. 25–26 -Widerstand statt Anpassung. Deutsche Kunst im Widerstand gegen den Faschismus 1933–1945, hg. vom Badischen Kunstverein (Ausst.-Kat. Badischer Kunstverein Karlsruhe), Berlin 1980, S. 265 -Ursula und Michael Tschesno-Hell, Alfred Frank. Der Maler mit dem Stern, Berlin 1971
Werke

Selbstporträt
Bronzierter Gips
Höhe 25 cm