
Künstler

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o.D.
Frankl, Adolf
1903
Bratislava (SVK)
-
1983
Wien (AUT)
Adolf Frankl Bratislava (SVK) 1903 – 1983 Wien (AUT) Adolf Frankl wurde im Jahr 1903 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Preßburg, dem heutigen Bratislava, in der österreichisch-ungarischen Monarchie geboren. Aufgrund der väterlichen Autorität wurde er zunächst Innendekorateur. Danach studierte er an der Kunstgewerbeschule Preßburg Kunst bei František Reichentál (1895–1971) und Gustáv Mallý (1879–1952). Frankl war nebenbei als Karikaturist und Zeichner von Werbeplakaten tätig. Das 1937 errichtete Geschäft Frankls für Innendekoration wurde im Zuge der „Arisierung“ Bratislavas enteignet. Am 28. September 1944 wurde Frankl mit seiner Frau, den beiden Kindern und seinem Schwager abgeholt und über das Durchgangslager Sered direkt in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht. Seine Familie wurde ermordet, und auch sein Vater und seine beiden Brüder überlebten die Verfolgung nicht. Frankl selbst überlebte, weil er sich in der Typhusbaracke von Althammer, einem verlassenen Außenlager von Auschwitz-Birkenau, verstecken konnte. Im Januar 1945 wurde Frankl durch die Rote Armee befreit. Er kehrte zunächst nach Bratislava zurück, emigrierte jedoch nach der Verstaatlichung seiner wiederaufgebauten Firma im Zuge der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei 1949 nach Wien, wo er zurückgezogen lebte. Um seine traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten, begann er, das „Inferno“ von Auschwitz zu malen. Mit seinen Darstellungen des Holocaust beabsichtigte er, ein Mahnmal zu setzen. LITERATURAUSWAHL: -Adolf Frankl – Kunst gegen das Vergessen, hg. von Winfried Nerdinger mit Inge Ruth und Thomas Frankl (Ausst.-Kat. NS-Dokumentationszentrum München), München 2016 (Schriftenreihe des NS-Dokumentationszentrums München) -David E. L. Thomas, Frankl, Adolf, in: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 44: Franconi–Freyenmuth, hg. von Günter Meißner u. a., München/Leipzig 2005, S. 96–97 -Adolf Frankl. Visionen aus dem Inferno, hg. von der Sammlung Adolf Frankl, München (Ausst.-Kat. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg), München 1997
Werke

Selektion
Öl auf Leinwand
46,5 × 57 cm