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2016 0046

Künstler

2016 0046

Akt vor grünem und blauem Tuch

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o.D.

Gans, Paula

1883

Hronow (CZE)

-

1941

Hamburg (DEU)

Paula Gans

Hronow (CZE) 1883 – 1941 Hamburg (DEU)

Paula Gans wurde 1883 in Hronow bei Prag geboren. Über die Jugend und Ausbildung der jüdischen Malerin ist wenig bekannt. Mit ihrem Bruder Richard (1877–1941) wanderte sie 1920 nach Deutschland aus. In Hamburg trat sie der „Hamburgischen Künstlerschaft“ bei und freundete sich mit der Malerin Hertha Spielberg an. Durch diese Freundschaft lernte sie auch die Fotografin Charlotte Rudolph (1896–1983) und die Malerin Gertrud Schaeffer (1892–1960) kennen, die von Gans porträtiert wurde. Mit ihnen bildete die Künstlerin eine Ateliergemeinschaft in den hinteren Räumen des Curiohauses in der Hansestadt. Im Jahr 1932 reiste Gans mit Spielberg nach Paris und Südfrankreich.

Ihre Lebensverhältnisse als Jüdin wurden in Hamburg immer mehr eingeschränkt, und obwohl sie die tschechische Staatsbürgerschaft besaß, bot diese nach der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren (1939) keinen Schutz. Ab 1933 wurde Gans aus der „Hamburgischen Künstlerschaft“ ausgeschlossen. Im Jahr 1935 wurde der Landschafts- und Porträtmalerin verboten, öffentlich auszustellen. Sie zeigte ihre Arbeiten im „Kulturbund Deutscher Juden“.

Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, gab sie Mal- und Zeichenunterricht. In den Jahren 1936 und 1939 folgten noch Reisen nach Italien und Amsterdam. Gans litt unter der Repression durch die Nationalsozialist:innen und verarmte zusehends. Im November 1941 erhielten sie und ihr Bruder Richard den Bescheid zur Deportation in das Ghetto Minsk. Die Künstlerin nahm sich einen Tag vor der Deportation am 7. November 1941 das Leben. Ihr Bruder wurde im gleichen Jahr nach Minsk gebracht; dort verlor sich seine Spur.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Maike Bruhns, Brill, Erich, in: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, bearb. Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump, hg. von Familie Rump, Neumünster/Hamburg 2013, S. 141

-Nachtmahre und Ruinenengel. Hamburger Kunst 1920 bis 1950. Werke aus der Sammlung Maike Bruhns, hg. von Maike Bruhns und Claus Mewes (Ausst.-Kat. Kunsthaus Hamburg), Berlin 2013, S. 154

-Ausgegrenzt. Kunst in Hamburg 1933–1945, hg. von der Hamburger Kunsthalle (Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle), Bremen 2005, S. 105

Werke

Porträt wohl Gertrud Schaeffer (1892–1960)

Öl auf Leinwand

105 × 75 cm

Akt vor grünem und blauem Tuch

Öl auf Leinwand

81 × 55 cm

Porträt des Bruders Richard (1877–1941)

Öl auf Leinwand

64 × 53,5 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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