Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Künstler

Stadtlandschaft im Winter
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o.D.
Geigenmüller, Katharina
1890
Mittweida (DEU)
-
1964
Mittweida (DEU)
Die Malerin, Zeichnerin und Grafikerin Katharina Margarete Geigenmüller wurde 1890 in Mittweida geboren. Nach anfänglichem Privatunterricht in Chemnitz studierte sie ab 1913 an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar bei Walther Klemm und Gari Melchers. In den Jahren 1919 und 1920 folgte ein Studium am Bauhaus Weimar, wo sie bis 1920 unter anderem beim Bildhauer Richard Engelmann hospitierte. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Geigenmüllers Kunst als „entartet“ verfemt. Um den Repressalien und der ständigen Überwachung durch die lokalen NS-Behörden zu entgehen, zog sie sich daher fast vollständig aus dem öffentlichen Kulturbetrieb zurück. Sie lebte isoliert in ihrer sächsischen Heimatstadt Mittweida, in der sie auch nach dem Krieg blieb. Geigenmüllers letzte Lebensjahre waren von Armut, gesundheitlichen Einschränkungen und Einsamkeit in Mittweida geprägt, wie Briefwechsel belegen. Sie verstarb am 9. August 1964 in im Alter von 73 Jahren. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten“. Dieser ist HIER erhältlich.
Dass ihre Zeit am Bauhaus jedoch von prekären Lebensumständen geprägt war, belegt ein Dokument aus den Weimarer Schülerakten von 1920: In einem handschriftlichen Brief aus Leipzig wandte sich Geigenmüller an das Sekretariat der Hochschule, da ihre damaligen finanziellen Verhältnisse eine Rückkehr nach Weimar im laufenden Jahr nicht zuließen. Um ihren Studienplatz zu sichern, bat sie die Leitung um eine offizielle Beurlaubung sowie den Erlass des Schulgeldes. Nach dieser Unterbrechung setzte sie ihre Ausbildung an der Kunstakademie Dresden fort, ehe sie sich schließlich als freischaffende Malerin, Zeichnerin und Grafikerin in ihrer Heimatstadt niederließ.
Dass sie in den Folgejahren Anschluss an die sächsische Kunstszene fand, belegt ihre Teilnahme an bedeutenden Ausstellungen der regionalen Avantgarde: So war Geigenmüller 1925 auf der zehnten „Leipziger Jahresausstellung“ – getragen vom gleichnamigen sezessionistischen Verein – im Städtischen Museum am Augustusplatz vertreten.
In diesen Jahren knüpfte Geigenmüller zudem Kontakte zu bedeutenden Künstlerinnen ihrer Zeit. Zu ihren Freundinnen zählten beispielsweise Käthe Kollwitz und die renommierte Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt, welche ebenfalls in der Sammlung Böhme vertreten ist.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gestaltete sich ihr Leben und Schaffen in der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR jedoch ebenfalls schwierig. Ihr Leben war von Anpassung und künstlerischer Isolation geprägt. Um in der DDR legal als freischaffende Künstlerin anerkannt zu sein, Aufträge zu erhalten und Arbeitsmaterialien zu beziehen, trat sie dem staatlich gelenkten Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) bei. Sie war dort im Regionalverband des Bezirks Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) registriert.
Ausstellungskataloge aus den 1950er- und frühen 1960ern, wie jene der Bezirkskunstausstellungen Karl-Marx-Stadt oder lokaler „Mittelsächsischer Kunstausstellungen“, weisen ihre Beteiligung zwar vereinzelt nach, doch zu größeren Einzelausstellungen oder einer nationalen Rezeption kam es nicht.
Werke

Stadtlandschaft im Winter
Öl auf Leinwand
81 × 85,8 cm