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2016 0050

Künstler

2016 0050

Obstschale auf weißem Tuch

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o.D.

Goldschmidt, Hilde

1897

Leipzig (DEU)

-

1980

Kitzbühel (AUT)

Hilde Goldschmidt

Leipzig (DEU) 1897 – Kitzbühel (AUT) 1980

Hilde Goldschmidt wurde 1897 in eine vermögende jüdische Kaufmannsfamilie in Leipzig geboren. Sie war das jüngste von fünf Kindern und erfuhr schon in jungen Jahren eine Förderung ihres künstlerischen Talentes. Nach ihrem Schulabschluss im Jahr 1914 trat Goldschmidt in die Akademie der bildenden Künste in Leipzig ein. Sie belegte die Klasse für Buchentwürfe bei Hugo Steiner-Prag (1880–1945). Bereits zu dieser Zeit nahm Goldschmidt Tanzunterricht. Ab etwa 1918 begann sie mit der Malerei, erhielt Privatunterricht bei dem Akademieprofessor Richard Bossert (1874–1919) und begann mit dem Zeichnen von Aktmodellen. Im Folgejahr trat Goldschmidt in die Ballettschule der Leipziger Oper ein und entwarf Bühnendekorationen wie zu Mechtilde Lichnowskys (1879–1958) „Ein Spiel vom Tod“ oder August Strindbergs (1849–1912) „Ein Traumspiel“. Im Jahr 1920 folgte die Aufnahme an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden, wo sie in der Klasse für Akt und Porträt bei Otto Hettner (1875–1931) studierte. In diesem Jahr wurde Goldschmidt auch Schülerin bei Mary Wigman (1886–1973) in Dresden. Im Sommersemester trat sie in die Meisterklasse von Oskar Kokoschka (1886–1980) ein. Ihre Kommilitonen waren Hans Meyboden (1901–1965), Hugo Körte (1897–1974) und Friedrich Karl Gotsch (1900–1984), mit dem sie später lange liiert war. Bis 1923 erhielt sie bei Kokoschka auch zusätzlichen Einzelunterricht. Sie verließ die Akademie 1923 und reiste mit Gotsch und Meyboden für neun Monate nach New York. Im selben Jahr war sie bei den Wiener Werkstätten tätig. In den Jahren 1926 und 1927 unternahm sie mit Gotsch Reisen nach Paris, wo sie die Académie Colarossi besuchte. Es folgten Aufenthalte in Südfrankreich und Italien, bis sie 1932 nach München übersiedelte.

Ein Skiunfall in Kitzbühel 1933 führte zu einem siebenmonatigen Aufenthalt im dortigen Krankenhaus. Da sich in Deutschland die politischen Verhältnisse änderten, verblieb sie auch nach ihrer Genesung in Kitzbühel und erwarb 1935 ein Haus. Nach dem „Anschluss“ Österreichs im Mai 1939 wurde Goldschmidt ausgewiesen und zur Emigration gezwungen. Mit ihrer Mutter Sophie Goldschmidt, geborene Schachian († 1950), ging sie nach London, wo sie von ihrem Bruder Fritz Goldschmidt aufgenommen wurde. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitete sie in einer Leder- und Pelzwerkstatt. Während dieser Zeit stand sie im Briefwechsel mit Oskar Kokoschka (1886–1980), der ebenfalls in England Zuflucht fand und den sie in Polperro in Cornwall besuchte. Nach den Bombenangriffen auf London, die das Haus ihres Bruders zerstörten, entschloss sie sich, mit ihrer Mutter nach Langdale im Lake District in Nordwestengland zu ziehen. Nach dem Tod ihrer Mutter kehrte Goldschmidt im Jahr 1950 nach Kitzbühel zurück, wo sie weiterhin als Künstlerin tätig war. Im Juli 1954 besuchte sie die Sommerakademie Kokoschkas in Salzburg.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Hilde Goldschmidt, 1897–1980. Zwischen Kokoschka, Exil und Kitzbühel, hg. von Silvia Höller (Ausst.-Kat. RLB-Kunstbrücke Innsbruck), Innsbruck/Wien 2005

-Kunst im Exil in Großbritannien 1933–1945, hg. von Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (Ausst.-Kat. Neue Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin), Berlin 1986, S. 129

-Walter Schurian (Hg.), Hilde Goldschmidt (1897–1980). Ölbilder und Grafiken, München 1983

Werke

Obstschale auf weißem Tuch

Öl auf Leinwand

50 × 75 cm

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