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2021 0475A

Künstler

2021 0475A

Fantastische Landschaft mit Maske

|

o.D.

Häfner, Thomas

1928

Berlin (DEU)

-

1985

Düsseldorf (DEU)

Der Sohn des Künstlerpaares Ilse Mode-Häfner und Herbert Häfner wuchs von frühester Kindheit an in einem künstlerisch geprägten Umfeld auf. Er wurde am 24. Dezember 1928 geboren und von seinen Eltern mehrfach in Familienporträts dargestellt. Laut Dietmar Schmetz konnte Ilse Mode-Häfner die Entbindungskosten für ihren Sohn durch den Verkauf eines Porträts der Suffragette und Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Großbritanniens (CPGB), Rose Cohn, begleichen. Während des Nationalsozialismus musste die Familie mehrfach ihren Wohnsitz in Berlin wechseln, da Ilse Jüdin war. Eine nahegelegte Scheidung lehnte Herbert ab. Daraufhin wurde er 1937 wegen sogenannter „jüdischer Versippung“ aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Durch Thomas’ Erinnerungen werden die Erfahrungen des Nationalsozialismus insbesondere aus der Perspektive eines Kindes greifbar: Seine Mutter durfte nicht mehr öffentlich ausstellen und malte fortan nur noch im eigenen Zuhause. Sein Vater hingegen wurde 1940 zur Wehrmacht eingezogen, aus der er laut Wehrgesetz von 1935 als „wehrunwürdig“ entlassen wurde. 1942 versuchte er erneut, in die Reichskulturkammer aufgenommen zu werden, doch auch diese Bemühungen scheiterten. Auch Thomas war Schikanen durch seine Mitschüler ausgesetzt und wurde in der Schule als „Judensau“ beschimpft. Nach diesem Vorfall entschlossen sich seine Eltern, den neunjährigen Thomas zu seinem Onkel Heinz Mode nach Basel zu schicken. 1938 kam es zu einem schmerzhaften Abschied: Heinz Mode sandte den jungen Thomas zunächst ins französische Marseille und von dort in Begleitung des Freundes und Professors Dr. Ludowyk nach Ceylon. Bis zum Kriegsende besuchte er auf der Insel Jaffna ein englischsprachiges Internat und war damit vor nationalsozialistischer Verfolgung geschützt. Die Entsendung in die unbekannte Ferne und die Trennung von seinen Eltern – insbesondere von Ilse, deren geplante Nachreise an den kurz zuvor geschlossenen Grenzen scheiterte – schmerzten den Künstler jedoch Zeit seines Lebens. Seine ersten Schritte ins Berufsleben führten ihn als Stenotypist zur Nachrichtenagentur Reuters. Nach dem Krieg wurde die Ehe seiner Eltern einvernehmlich aufgelöst. Thomas lebte bei seiner Mutter in Leopoldshöhe und besuchte 1949/50 die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, zunächst in der Malklasse von Theo Champion und nach dessen Tod ab 1952 in der Meisterklasse von Otto Pankok. Thomas Häfner malte vor allem im Stil des sogenannten "Fantastischen Realismus" und präsentierte seine Gemälde und Skulpturen unter anderem im Rahmen einer Ausstellung in Bonn 1964. Dies führte jedoch auch zu einem Konkurrenzverhältnis zwischen Mutter und Sohn. Insbesondere seine frühen Werke lassen noch Einflüsse seiner Zeit auf Ceylon erkennen und zeigen häufig die dortige Tier- und Pflanzenwelt, die an den Dschungel erinnert. Nach seiner Ausbildung arbeitete er als freischaffender Maler. Im Oktober 1955 zog seine Mutter zu ihm nach Düsseldorf. Infolge eines Schlaganfalls konnte sie ihren rechten Arm und ihre Hand mittlerweile nur noch stark eingeschränkt bewegen. Am 10. Oktober 1955 heiratete Thomas Häfner seine Partnerin "Mouche" (geb. Klei), gemeinsam bewohnten sie eine Wohnung in der Altstadt von Düsseldorf. Beide eröffneten ein bald gut laufendes Geschäft für Schmuck und Kleinantiquitäten. Fortan widmete sich der Künstler verstärkt der Schmuckherstellung. Ein Herzinfarkt im Dezember 1981 ermüdete den Künstler zunehmend und der Gesundheitszustand verschlechterte sich stetig. 1984 findet eine große Einzelausstellung in der „Galerie an der Düssel“ statt. Am 30. Januar 1985 nahm sich Thomas Häfner im Alter von 56 Jahren in seinem Düsseldorfer Atelier das Leben.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten“. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Fantastische Landschaft mit Maske

Öl auf Platte

50 × 50 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Fischerhafen Richter, Klaus

(1887 - 1948)

Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Porträt Denise Strawinsky Strawinsky, Théodore

(1907 - 1989)

Porträt Denise Strawinsky

Mädchen mit Violine (zugeschrieben) Lerch, Franz

(1895 - 1977)

Mädchen mit Violine (zugeschrieben)

Lehre, Wanda

(Unbekannt - Unbekannt)

Mädchen mit Violine (zugeschrieben)

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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