
Künstler

Am Strand
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1940
Haer, Adolf de
1892
Düsseldorf (DEU)
-
1944
Osnabrück (DEU)
Adolf de Haer Düsseldorf (DEU) 1892 – Osnabrück (DEU) 1944 Der Künstler Adolf de Haer war ein äußerst vielseitiger Maler aus Düsseldorf, dessen künstlerisches Talent sich bereits in jungen Jahren bemerkbar machte. Bis 1914 studierte er als Stipendiat an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf, bevor er während des Ersten Weltkrieges eingezogen wurde. Im Sommer 1917 erhielt er einige Monate privaten Unterricht bei Adolf Hölzel (1853–1934), einem der Wegbereiter der abstrakten Moderne. Hölzel vermittelte ihm die Grundlagen von Komposition und Farbauswahl, doch den Großteil seines Wissens erwarb de Haer autodidaktisch. In den Folgejahren suchte er den künstlerischen Austausch mit Gleichgesinnten und war stets offen für Innovation. Er bewegte sich im Umfeld der Düsseldorfer Galeristin Johanna Ey (1864–1947) und gehörte 1919 zu den Gründungsmitgliedern der expressionistisch-modernen Künstlergruppe Das Junge Rheinland. Mit seinem kubistisch-expressionistischen Malstil feierte er rasch Erfolge. So erwarben die Städtischen Sammlungen Düsseldorf noch im selben Jahr sein Gemälde Menschen und später weitere Werke. 1921 präsentierte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie von Johanna Ey und wurde mit dem renommierten Dürer-Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet. Zudem illustrierte er das erste Heft der Zeitschrift Das junge Rheinland. Es folgten ein dreijähriger Aufenthalt in Holland und zahlreiche Studienreisen. Mit dem Erstarken des Nationalsozialismus in den frühen 1930er-Jahren begann sich de Haers Malstil zu wandeln. Die politische Ideologie diktierte ein Kunstverständnis, das sich von abstrakten und modernen Strömungen abwandte und stattdessen traditionelle Darstellungen bevorzugte. Viele Künstler:innen, darunter auch de Haer, passten sich dieser Entwicklung zumindest teilweise an, um weiterhin von ihrer Kunst leben zu können. Ab den frühen 1930er-Jahren wurden seine Werke zunehmend naturalistisch und beschränkten sich auf gefällige Genres wie Blumenstillleben, Landschaften und Akte. 1937 traf ihn die nationalsozialistische Kunstpolitik mit voller Wucht: Im Rahmen der Beschlagnahmeaktion „Entartete Kunst“ wurden 14 seiner älteren Werke, darunter mehrere expressionistische Druckgrafiken, aus Museen und Sammlungen in ganz Deutschland entfernt und teils vernichtet. De Haer zog in dieser Zeit Konsequenzen. Ab 1936 lebte er zurückgezogen in dem ruhigen, am Rheinufer gelegenen Vorort von Düsseldorf Kaiserswerth. Haus und Garten dienten ihm als Ort der Inspiration und des künstlerischen Schaffens. In diesem Ambiente entstand vermutlich auch das Werk Am Strand von 1940, in dem sich drei Frauen wie Grazien nach ihrem erfrischenden Bad abtrocknen. Die Entscheidung, seinen Malstil an den offiziellen Forderungen zu orientieren, erwies sich für ihn als richtig, denn de Haer war mit seinen Werken nach wie vor auf den bedeutendsten Kunstausstellungen seiner Zeit vertreten, etwa 1940 mit Am Strand auf der Rheinischen Kunstausstellung in Berlin. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde de Haer zum „Volkssturm“ eingezogen, für den die letzten wehrfähigen Männer mobilisiert wurden. Im Winter 1944 starb er in einem Lazarett in Osnabrück an einer Lungenentzündung. LITERATURAUSWAHL: -Stefan Steder, Website zu Adolf de Haer, https://adolf-de-haer.de (22.4.2025) -Adolf de Haer. Frühe Werke 1913–1935 (Ausst.-Kat. Galerie Remmert und Barth Düsseldorf), Düsseldorf 1985 -Rheinische Kunstausstellung Berlin 1940. Schloss Schönhausen (Ausst.-Kat. Schloss Schönhausen), Berlin 1940
Werke

Am Strand
Öl auf Leinwand
150 × 121 cm

Weiblicher Halbakt mit Perlenkette
Pastell auf Papier
98,4 × 68,4 cm

Im Atelier
Öl auf Leinwand
71,6 × 81 cm