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Künstler

Heckroth, Hein

1901

Gießen (DEU)

-

1970

Alkmar (NLD)

Hein Heckroth

Gießen (DEU) 1901 – Alkmar (NLD) 1970

Heinrich (Hein) Heckroth wurde 1901 in einfachen Verhältnissen geboren. Er interessierte sich schon in jungen Jahren für die Malerei und arbeitete unter Aufsicht des Gießener Malers Geilfus. Nach Abschluss seiner Ausbildung als Buchdrucker und Setzer war Heckroth bis 1919 als Geselle tätig. Trotz der wirtschaftlichen Not nach dem Ersten Weltkrieg zog er 1920 nach Frankfurt am Main, um Maler zu werden. Dort war er am Städelschen Kunstinstitut Schüler bei Ludwig Gies (1887–1966) und 1921 bei Reinhold Ewald an der Zeichenakademie in Hanau.

Bereits in den 1920er-Jahren porträtierte Heckroth bekannte Persönlichkeiten, darunter die Tänzerin Mary Wigman (1886–1973) und Bertolt Brecht (1898–1956). Die Frankfurter Galerien von Ludwig Schames (1852–1922) und Alfred Flechtheim (1878–1937) zeigten die Arbeiten des jungen Künstlers. Im Jahr 1924 heiratete Heckroth die aus der Familie Rothschild stammende jüdische Malerin Diana Maier (1902–1994). Er übersiedelte nach Münster und 1927 nach Essen, wo er an den städtischen Bühnen arbeitete. Im Sommer 1928 folgten Reisen nach Paris, Ibiza, München und St. Tropez. Hier traf er auch die Maler Dunoyer de Segonzac (1884–1974) und Rudolf Levy. Im Jahr 1929 wurde er Vorsitzender des Ausstattungswesens an den städtischen Bühnen in Essen und Mitbegründer der Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen. Er gehörte zum Künstlerkreis um Johanna Ey (1864–1947) in Düsseldorf, die viele seiner Werke in ihrer Galerie zeigte. Er erhielt 1932 den Kunstpreis der „Rheinischen Sezession“. Noch im selben Jahr wurde er nach Dresden an die Akademie der Bildenden Künste als Professor berufen.

Nach der Machtergreifung 1933 erhielt Heckroth Berufsverbot. In dieser Zeit wurden viele seiner Bilder zerstört. Seine Frau Diana floh nach Paris, wo sie bei dem bereits vorher emigrierten Kunstkritiker Carl Einstein (1885–1940) unterkam. Auch Heckroth verließ Deutschland und begleitete seinen Freund Kurt Jooss (1901–1979) auf die Tournee seines Balletts Der Grüne Tisch über Holland, Belgien, Frankreich und die Vereinigten Staaten. Im Anschluss folgte er seiner Frau Ada 1934 nach Paris.

Noch im gleichen Jahr nahm er das Angebot von Kurt Weill (1900–1950) an, dessen Oper Der Kuhhandel (1934), in London aufgeführt als A Kingdom for a Cow, dort auszustatten. In der britischen Hauptstadt lernte Heckroth auch die Mäzenin Dorothy Elmhirst (1887–1968) kennen und wurde als Lehrer an deren Kunstschule in Dartington Hall berufen. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Schule in Dartington Hall geschlossen und die Heckroths übersiedelten 1939 wieder nach London. Im Frühjahr 1940 wurde er als Deutscher interniert und in das Lager Hay nach Australien gebracht. Ein Jahr darauf durfte er wegen der Petition von Freunden, darunter Herbert Read (1893–1968), Kenneth Clark (1903–1983) und Roland Penrose (1900–1984), wieder nach England zurückkehren. Seine erste Londoner Gemäldeausstellung fand 1943 in der Modern Art Gallery statt. Fast parallel dazu stieg er als Filmdesigner in das Filmgeschäft ein und arbeitete für den Filmproduzenten Michael Powell (1905–1990) und den Drehbuchautor Emeric Pressburger (1902–1988). Im Jahr 1947 erhielt Heckroth die britische Staatsbürgerschaft. Mit Filmproduktionen wie The Red Shoes (1948), für den er einen Oscar für Filmdesign gewann, und The Tales of Hoffmann (1951), für welchen er zwei Oscar-Nominierungen erhielt, feierte er große Erfolge. Im Jahr 1956 kehrten die Heckroths wieder nach Frankfurt am Main zurück.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Uta Römer, Heckroth, Hein, in: Allgemeines Künstlerlexi - kon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 70: Hartwagner–Hédouin, hg. von Günter Meißner u. a., Berlin/ Boston 2011, S. 521–522

-Dietlind Stürz, Hein Heckroth (1901–1970). Aus Leben und Werk, hg. vom Kulturamt der Universitätsstadt Gießen, Gießen 1998

-Hein Heckroth. 1901–1970, hg. von den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel (Ausst.-Kat. Staatliche Kunstsammlungen Kassel), Kassel 1977

Werke

Prozession am Mittelmeer

Gouache auf Papier

46,5 × 61 cm

Porträt Dr. W. Baer - NY National Lead Co.

Öl auf Karton

43 × 34,5 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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