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Künstler

Jacobi, Annot

1894

Berlin (DEU)

-

1981

München (DEU)

Annot Jacobi

Berlin (DEU) 1894 – München (DEU) 1981

Anna Ottonie Maria Krigar-Menzel, genannt Annot, wurde als Tochter von Otto Krigar-Menzel, Professor für Theoretische Physik an der Universität Berlin, geboren. Sie war die Großnichte von Adolph von Menzel, der wie Johannes Brahms und Joseph Joachim ihr Taufpate war. Da Frauen noch nicht zum Studium an der Akademie zugelassen wurden, nahm sie ab 1915 Unterricht bei Lovis Corinth. Frühzeitig setzte sie sich für die pazifistische Bewegung ein. Wegen der Verteilung einer Denkschrift des Fürsten Karl Max von Lichnowsky gegen den Ersten Weltkrieg wurde sie 1916 zu dreißig Tagen Haft im Gefängnis Moabit verurteilt. Von 1917 bis 1918 wohnte sie in Oslo und freundete sich dort mit Annette Kolb an. Im Jahr 1920 wurde Jacobi Gründungsmitglied der Liga für Menschenrechte und der Frauenliga für Frieden und Freiheit. Sie schloss Freundschaft mit Carl von Ossietzky. Im Jahr 1921 heiratete sie den Maler Rudolf Jacobi und lebte mit ihm bis 1926 in Positano.

Zur weiteren künstlerischen Ausbildung ging das Paar nach Paris an die Malschule von André Lhote. Dort entstand vermutlich 1926 das Porträt Der Mann aus Toulouse. Im Jahr 1928 eröffnete Jacobi mit ihrem Mann die Malschule Annot in Berlin. Annot wurde Mitglied der „Berliner Sezession“ im „Deutschen Künstlerbund“, bei den „Juryfreien“ und Vorstandsmitglied im „Verein der Berliner Künstlerinnen“.

Zudem war sie Mitarbeiterin der Kunst- und Literaturzeitschrift Der Querschnitt von Alfred Flechtheim. Mehrfache Einladungen ins Carnegie Institute in Pittsburgh und Ausstellungen in Deutschland folgten. Im Jahr 1933 wurde die Malschule wegen Jacobis Weigerung, jüdische Schülerinnen zu entlassen, geschlossen. Die von der Nationalgalerie in Berlin gekauften Werke Mädchen mit Sonnenschirm und Harz im Winter wurden 1937 als „entartet“ beschlagnahmt. Daraufhin emigrierte Jacobi mit ihrem Mann, nicht zuletzt wegen ihrer jüdischen Abstammung, über Dänemark in die USA. In New York wurde die Malschule als Annot Art School wiedereröffnet. Marie Sterner stellte Annots Werke in ihrer Galerie in Manhattan aus.

Im Jahr 1935 erhielt Jacobi für das Gemälde Käthe Kruse und ihre Kinder die Goldmedaille der 44. Jahresausstellung der Malerinnen und Plastikerinnen im Fine Art Building in Chicago. Sie wurde Mitglied mehrerer pazifistischer Organisationen. Im Jahr 1956 erfolgte der Umzug nach Puerto Rico, wo sie sich eng mit Pablo Casals freundete. Im Jahr 1967 kehrte sie mit ihrem Mann nach Deutschland zurück.

Werke

Weiblicher Akt an der Badewanne

Öl auf Leinwand

57 × 42 cm

Stehender weiblicher Akt, wohl Selbstporträt

Gouache auf Papier

70,3 × 40,8 cm

Der Mann aus Toulouse

Öl auf Leinwand

62 × 50 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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