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Künstler

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Porträt Prof. Hans Heinrich Nicolini (1883-1961)

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1926

Kamps, Heinrich

1896

Krefeld (DEU)

-

1954

Düsseldorf (DEU)

Der Künstler Heinrich Kamps absolvierte zwischen 1914 und 1915 ein Studium an der Kunstgewerbeschule in seiner Heimatstadt Krefeld sowie in Hamburg. Von 1917 bis 1919 besuchte er das Zeichenlehrseminar in Düsseldorf. Sein Werdegang umfasste Karrierehöhepunkte, die andere selbst in einem ganzen Leben kaum erreichten. Zunächst bewegte sich Kamps im Umfeld der rheinischen Avantgarde: So wurde er 1922 Mitglied der Künstlergruppe „Das Junge Rheinland“ und stand in enger Verbindung zur progressiven Düsseldorfer Galerie „Neue Kunst Frau Ey“. Künstlerische Begegnungen mit Persönlichkeiten wie den deutsch-niederländischen Malern Jan Thorn-Prikker (1869–1932) sowie Heinrich Campendonk (1889–1957) prägten seine Entwicklung ebenso wie die Mitgliedschaft in der „Rheingruppe“. 1925 erhielt Kamps eine Professur für das Lehramt an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit gerade einmal Anfang 30 wurde er Leiter der Staatlichen Kunstschule in Berlin-Schöneberg, wo er Freundschaft mit dem Künstler Erich Heckel schloss. Dieser wurde 1937 als „entartet“ diffamiert, seine Werke wurden aus Museen beschlagnahmt, und sein Berliner Atelier wurde bei einem Bombenangriff im Jahr 1944 zerstört.

1926 porträtierte Kamps den Akademieprofessor, Kunsthistoriker und laut Düsseldorfer Heimatblatt „heimatverbundenen Volkslehrer“ Hans Heinrich Nicolini (1883–1961), der neben seiner Tätigkeit im Vorstand des Düsseldorfer Schauspielhauses auch Interesse an bildender Kunst, Theater und dem Archivwesen zeigte. Aufgrund seines Engagements fand man ihn ebenfalls im Gruppenporträt Die Zeitgenossen des Künstlers Arthur Kaufmann von 1925, das heute im Düsseldorfer Stadtmuseum hängt. Das Porträt Nicolinis hingegen befindet sich in der Sammlung Böhme.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Kamps aus seinem Direktorenamt entlassen. Vermutlich aufgrund seiner Weigerung, sich der NSDAP anzuschließen. Anschließend wechselte er an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, wo er den Lehrstuhl für Glas und Mosaik übernahm. 1937 wurde er im Alter von knapp 40 Jahren zwangspensioniert. Um Abstand von den Nationalsozialisten zu gewinnen, entschied sich der Künstler, auf der Ostseeinsel Hiddensee eine neue Heimat auf Zeit zu finden. Die Insel war ein beliebter Ort für Künstlerinnen und Künstler, die sich in den dortigen Künstlerkolonien trafen. Zu ihnen gehörten unter anderem Gret Palucca, Julie Wolfthorn und Käthe Löwenthal. Die darauffolgenden Jahre zwischen 1937 und 1940 verbrachte Kamps auf der Insel. 1943 wurde sein Berliner Atelier ausgebombt; dabei ging nahezu sein gesamtes Œuvre verloren. Nach Kriegsende erhielt er 1946 einen Ruf an die Düsseldorfer Kunstakademie und wurde dort 1949 zum Direktor ernannt.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist hier erhältlich.

Werke

Porträt Prof. Hans Heinrich Nicolini (1883-1961)

Öl auf Leinwand

82,2 × 62,8 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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