
Künstler

Selbstbildnis mit Aktmodell
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1940
Kaufmann, Arthur
1888
Mülheim an der Ruhr (DEU)
-
1971
Nova Friburgo (BRA)
Arthur Kaufmann Mülheim an der Ruhr (DEU) 1888 – Nova Friburgo (BRA) 1971 Von 1905 bis 1906 studierte Arthur Kaufmann Malerei bei Peter Johann Theodor Janssen (1844–1908) an der Düsseldorfer Kunstakademie. Danach begab er sich zu Studienzwecken nach Paris an die Académie Julian, in die Bretagne, nach England und Italien. Im Jahr 1913 reiste er erneut nach Paris, wo er für einige Monate Schüler von Henri Le Fauconnier (1881–1946) wurde. Bereits in diesem Jahr war er in einer Ausstellung in der Galerie von Alfred Flechtheim (1878–1937) in Düsseldorf vertreten. Kaufmann diente im Ersten Weltkrieg bis 1918 und kehrte anschließend nach Düsseldorf zurück. Gemeinsam mit Herbert Eulenberg (1876–1949) und Adolf Uzarski (1885–1970) gründete er die Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“ und gehörte zum Kreis um Johanna Ey (1864–1947). Im Jahr 1920 widmete ihm Flechtheim eine Einzelausstellung. Kaufmann organisierte 1922 mit anderen Künstlern des „Jungen Rheinlands“, mit Uzarski und Gert Wollheim, die Erste Internationale Kunstausstellung. In den Jahren 1923/24 reiste er mit Otto Dix (1891–1969) und dessen Frau Martha (1895–1985) nach Italien. Im Jahr 1929 war Kaufmann Gründungsdirektor der Städtischen Schule für Dekorative Kunst in Düsseldorf. Kaufmann wurde 1933 aus antisemitischen Gründen aus seinem Amt vertrieben und ging ins Exil nach Scheveningen in den Niederlanden. Er war der erste Künstler, den die Nationalsozialist:innen in Düsseldorf entließen. Seine Frau Lisbeth und die Kinder Miriam (1914–2010) und Hans folgten nach. In Scheveningen verbrachte Kaufmann drei Jahre und betrieb eine Pension. Nach einem Besuch bei Freunden in New York 1935 wanderte er 1936 in die USA aus. Dies gelang, weil der Komponist George Gershwin (1898–1937) die Bürgschaft für ihn übernahm. Kaufmann verdiente seinen Lebensunterhalt in New York als Porträtmaler amerikanischer Persönlichkeiten und deutscher Exilant:innen. Gershwin war die erste amerikanische Persönlichkeit, die ihn um ein Porträt bat. Im Jahr 1938 begann er mit den Arbeiten für sein Triptychon Künstler und Wissenschaftler, die in den USA Zuflucht fanden, und fügte 38 Porträts zu einem Gruppenbild zusammen. Darunter befanden sich Albert Einstein (1879–1955), Thomas Mann (1875–1955), Max Reinhardt (1873–1943) und George Grosz (1893–1959). Doch erst 1964 vollendete er das Werk mit dem Titel Die geistige Emigration, das ihn bekannt machte. Im Jahr 1944 wurde Kaufmann amerikanischer Staatsbürger. 1953 besuchte er erstmals wieder Deutschland. Kaufmann starb 1971 während eines Besuchs bei seiner Tochter Miriam Etz in Nova Friburgo in Brasilien. LITERATURAUSWAHL: -Die geistige Emigration. Arthur Kaufmann, Otto Pankok und ihre Künstlernetzwerke, hg. von Beate Ermacora und Anja Bauer (Ausst.-Kat. Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post), Bielefeld 2008 -Annette Baumeister, Der Maler Arthur Kaufmann (1888– 1971), in: Jan-Pieter Barbian u. a. (Hg.), Juden im Ruhrgebiet. Vom Zeitalter der Aufklärung bis in die Gegenwart, Essen 1999, S. 155–166 -Am Anfang: Das junge Rheinland. Zur Kunst- und Zeitge - schichte einer Region 1918–1945, hg. von Ulrich Krempel (Ausst.-Kat. Städtische Kunsthalle Düsseldorf), Hamburg 1985, S. 329
Werke

Junge Frau mit weißem Pelzkragen
Öl auf Leinwand
59,5 × 49,5 cm

Bildnis einer jungen Dame
Öl auf Leinwand auf Platte
61 × 50 cm

An der Küste
Öl auf Leinwand
41 × 50 cm

Selbstbildnis mit Aktmodell
Öl auf Leinwand
41 × 30,7 cm