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2018 0247A

Künstler

2018 0247A

Selbstbildnis mit Aktmodell

|

1940

Kaufmann, Arthur

1888

Mülheim an der Ruhr (DEU)

-

1971

Nova Friburgo (BRA)

Ein Künstler des Museums, der bereits Erfahrungen mit den Kriegsgeschehnissen des Ersten Weltkriegs gesammelt hatte, ist Arthur Kaufmann. Wie Friedrich Wilhelm Meyer (Meldereiter) oder Alfred Schwarzschild (Kriegsbeobachter) leistete auch er von 1915 bis 1918 Militärdienst und kannte die dramatischen Folgen des Krieges aus erster Hand. Bevor der Erste Weltkrieg seine Ausbildung unterbrach, studierte Kaufmann von 1905 bis 1907 an der Kunstakademie Düsseldorf; unterbrochen wurde diese Zeit lediglich durch einen einjährigen Aufenthalt in Paris, wo er an der renommierten Académie Julian lernte. Gemeinsam mit Herbert Eulenberg und Adolf Uzarski gründete er die Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“ und gehörte zum Kreis um Johanna Ey (1864–1947). 1920 widmete ihm Alfred Flechtheim eine Einzelausstellung. Zwei Jahre später organisierte Kaufmann gemeinsam mit Adolf Uzarski und Gert Wollheim die Erste Internationale Kunstausstellung des „Jungen Rheinlandes“. In den Jahren 1923/24 reiste er zusammen mit Otto Dix und dessen Frau Martha nach Italien. 1929 wurde Kaufmann schließlich Gründungsdirektor der Städtischen Schule für Dekorative Kunst in Düsseldorf.

Kaufmann wird 1933 aus antisemitischen Gründen aus seinem Amt vertrieben und geht ins Exil nach Scheveningen in den Niederlanden. Er ist der erste Künstler, den die Nationalsozialisten in Düsseldorf entlassen. Seine Frau Lisbeth und die Kinder Miriam (1914–2010) und Hans folgen nach. In Scheveningen verbringt Kaufmann drei Jahre und betreibt eine Pension. Nach einem Besuch bei Freunden in New York, darunter George Grosz 1935 wandert er 1936 in die USA aus. Dies gelingt, weil der Komponist George Gershwin (1898–1937) die Bürgschaft für ihn übernimmt. Kaufmann verdient seinen Lebensunterhalt in New York als Porträtmaler amerikanischer Persönlichkeiten und deutscher Exilanten. Gershwin ist die erste amerikanische Persönlichkeit, die ihn um ein Porträt bittet.

Im Jahr 1938 beginnt er mit den Arbeiten für sein Triptychon Künstler und Wissenschaftler, die in den USA Zuflucht fanden und fügt 38 Porträts zu einem Gruppenbild zusammen. Darunter befinden sich Albert Einstein, Thomas Mann, Max Reinhardt  und George Grosz. Doch erst 1964 vollendet er das Werk mit dem Titel Die geistige Emigration, das ihn weltweit bekannt macht. Im Jahr 1944 wird Kaufmann amerikanischer Staatsbürger und besucht erst 1953 erstmals wieder Deutschland. Dort reist er nach Düsseldorf und seine Heimatstadt Mühlheim an der Ruhr. Kaufmann stirbt 1971 während eines Besuchs bei seiner Tochter Miriam Etz in Nova Friburgo in Brasilien.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Junge Frau mit weißem Pelzkragen

Öl auf Leinwand

59,5 × 49,5 cm

Bildnis einer jungen Dame

Öl auf Leinwand auf Platte

61 × 50 cm

An der Küste

Öl auf Leinwand

41 × 50 cm

Selbstbildnis mit Aktmodell

Öl auf Leinwand

41 × 30,7 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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