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2017 0220A

Künstler

2017 0220A

Familienausflug

|

1947

Oehl, Erwin

1907

Thalmässing (DEU)

-

1988

München (DEU)

Erwin Christ Nikolaus Oehl studierte von 1926 bis 1927 Malerei an der Kunstakademie in München bei Hermann Groeber (1865–1935). Es folgten drei Semester an der Kunstakademie in Wien als Schüler von Wilhelm Dachauer (1881–1951), bis er 1929 nach Berlin ging. 1930 kehrte Oehl nach München zurück und wurde Mitglied der KPD. Dort war er 1932 Mitbegründer und Leiter der Ortsgruppe München der „Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO)“, ein Zusammenschluss kommunistischer Künstler. Oehl's Atelier war Treffpunkt für Mitglieder des Münchner Antikriegskomitees, wie beispielsweise Oskar Maria Graf (1894–1967), Thomas Mann (1875–1955) und Anita Augspurg (1857–1943).

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Oehl politisch verfolgt und im März 1933 inhaftiert. Er erhielt Aufenthaltsverbot für München. Im Jahr 1936 wurde er erneut verhaftet und schloss sich an, nach Paris zu emigrieren. Dort wurde er Mitglied des „Kollektivs Deutscher Künstler“ und 1937 Gründungsmitglied des „Freien Deutschen Künstlerbundes“, der „Union des Artistes Alllemands Libres“. Im selben Jahr war er mit Max Lingner (1888–1959) an der Pariser Weltausstellung mit der Gestaltung des Pavillons des Friedens (Pavillon de la Paix) tätig. Zudem beteiligte er sich an der Ausstellung Fünf Jahre Hitlerdiktatur im Gewerkschaftshaus. 1938 heiratete er Louise Brod (1907–1999) in Montreux. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurden beide verhaftet und im Lager Saint Jean bei Orleans interniert. Von dort gelang ihm die Flucht.

1940 erneut verhaftet, wurde Oehl an Nazideutschland ausgeliefert. In München wurde er zuerst im Wittelsbacher Palais festgehalten, dann folgte bis 1942 die Internierung im Zuchthaus Cornelius. Er wurde mit Berufsverbot belegt und zum Kriegsdienst an die Front geschickt. Seine Frau Louise blieb bis Kriegsende in Gefangenschaft, zunächst in München-Stadelheim und zuletzt im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Nach Kriegsende kehrten Oehl und seine Frau zurück nach Thalmässing, später zogen sie nach Nürnberg. Oehl wurde Beisitzer im Hauptkriegsverbrecherprozess im Schwurgerichtssaal des Nürnberger Justizpalastes. Im Verlauf dieser Prozesse zeichnete er Porträts der Teilnehmer, besonders die Verteidiger der Angeklagten. Oehl beteiligte sich nach wie vor am öffentlichen Leben, beispielsweise wurde er Mitglied des Bau- und Kunstausschusses in Nürnberg.

Werke

Unterwegs

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

94 × 75 cm

Familienausflug

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

75 × 42 cm

Bauersfrau bei der Ernte

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

78 × 57 cm

Am Kanal

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

79 × 56,5 cm

Blumenstillleben

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

44,5 × 31 cm

Blumenstillleben

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

47 × 33 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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