Mit Alfred Schwarzschild begegnete man einem jüdischen Künstler, der wiederholt vor dem nationalsozialistischen Regime floh. Ab 1933 verschlechterten sich durch die zunehmende Verfolgung jüdischer Künstler seine Lebens- und Arbeitsbedingungen erheblich. Der Verkauf seiner Werke wurde nahezu unmöglich; nur durch die Gestaltung von Souvenirpostkarten konnte er sich notdürftig über Wasser halten. Trotz wachsender Repressionen arbeitete er weiter, verzichtete jedoch ab den späten 1930er-Jahren aus Angst auf die Signatur seiner Werke.
Ab 1936 wurde die finanzielle Lage existenzbedrohend, sodass Schwarzschild zunächst allein nach London emigrierte. Nach einer kurzen Rückkehr nach München 1937, bei der er die tiefgreifende nationalsozialistische Umgestaltung der Stadt und den allgegenwärtigen Führerkult erlebte, floh er endgültig nach England, diesmal mit seiner Familie. In Deutschland wurde er daraufhin denunziert, enteignet und sein Bankkonto beschlagnahmt.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Schwarzschild zeitweise auf der Isle of Man interniert, durfte jedoch weiterhin künstlerisch arbeiten. Kurz nach dem Ende des Krieges entstand ein Selbstporträt ("Victory Portrait"/"Siegesporträt", datiert mit 10.05.1945), in dem er den nationalsozialistischen Terror und die eigene Verfolgung symbolisch verarbeitete.
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