Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Künstler

Duisburger Hafen
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o.D.
Seepolt, Heinrich
1903
Duisburg (DEU)
-
1989
Euskirchen (DEU)
Heinrich Seepolt, der Meisterschüler von Julius Paul Junghans (1876–1958), wechselte im letzten Jahr seines Studiums 1931 zum Maler Paul Klee (1879–1940). Unterschiedlicher hätte die Ausbildung des Künstlers Heinrich Seepolt nicht sein können, denn während Junghans im Zuge des Nationalsozialismus politisch konforme Kunst malte und sich als Mitglied der Reichskulturkammer der bildenden Künste an Ausstellungen beteiligte, musste Klee als „entarteter Künstler“ und „politisch Unzuverlässiger“ nach Bern in die Schweiz emigrieren. Beim ersten lernte Seepolt, Landschafts- und Blumenbilder zu malen, aber angezogen wurde er von der Farb- und Formenlehre Paul Klees. Seepolt war ein gut vernetzter Künstler, der vermutlich auch der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (Asso bzw. ARBKD) angehörte, wie auch Jezechkiel Kirszenbaum oder Kurt Schütze. Zudem galt er als einer der „Gründerväter“ des Duisburger Künstlervereins. 1932 wurde Seepolt Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), bis sie 1933 verboten wird. Politisch verdächtig wurde Seepolt zudem, als sein Vater Friedrich Seepolt, ebenfalls Künstler und Mitglied der KPD, am 9. Oktober 1936 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu neun Monaten Gefängnis verurteilt wurde und schließlich 1937 im Konzentrationslager ermordet wurde. Im Jahr der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kam es zu einer Hausdurchsuchung bei Seepolt, und Werke in seinem Atelier wurden mutwillig zerstört. Er entschloss sich daher, an den Bodensee zu dem befreundeten Künstler Werner Kreuzhage (1904–1989) zu reisen. Als „politisch unzuverlässig“ eingestuft, wurde ihm die weitere Ausübung seines Künstlerberufs erheblich erschwert. Dennoch konnte er 1933 einige Werke an das Polizeipräsidium in Duisburg verkaufen; die dargestellten Motive waren ideologisch unauffällig und zeigten unter anderem einen Eisenbahnhafen, die Marientorbrücke sowie einen Blick auf die Hamborner Industrielandschaft. Ein ähnliches Motiv befindet sich in der Sammlung Böhme: Im Duisburger Hafen spiegeln sich die expressionistischen Farben in Himmel und Wasser wider. Der Künstler malte mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Marientor aus die Kirchtürme der Salvatorkirche sowie der Karmelitenkirche. Kein Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste zu sein, bedeutete für viele Künstlerinnen und Künstler existenzielle Unsicherheit. Als Seepolt ebenfalls ein „Arbeitsverbot“ drohte, schloss er sich dem alternativen Kunstverband Kampfbund für deutsche Kultur an, gegründet vom NS-Ideologen und späteren Reichsminister für die besetzten Ostgebiete Alfred Rosenberg (1892/1893–1946). Im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ 1937 wurden zahlreiche Werke aus öffentlichen Sammlungen entfernt und zerstört, auch Seepolts Selbstbildnis in der Duisburger Städtischen Kunstsammlung blieb davon nicht verschont. Inzwischen war Seepolt im „Kampfbund“ bis zum Fachgruppenleiter aufgestiegen, wurde jedoch im Oktober 1937 auf Anraten der Gestapo von diesem Amt enthoben. Als Fachgruppenleiter war Seepolt in seiner Arbeit weniger künstlerisch eingeschränkt und setzte sich im Oktober 1933 vergeblich für einen verhafteten Künstlerkollegen namens Heinz Kiwitz (1910–1938) beim Polizeipräsidium ein. Inmitten der Kriegsgeschehnisse heiratete Seepolt die Pianistin Wilhelmine Schlüter, ein Jahr darauf wurde ihr gemeinsamer Sohn Rolf (1942–unbekannt) in der Schweiz geboren. Das Atelier des Künstlers wurde 1944 von Bomben getroffen, woraufhin die Familie zu Wilhelmines Mutter in den Stadtteil Neudorf zog. In der Nachkriegszeit malte Seepolt vor allem pazifistische Werke. Den meisten Kunstwerken gab Seepolt keine Titel, damit sich die Betrachter auf ihre eigene Wahrnehmung konzentrieren konnten. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten“. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Duisburger Hafen
Öl auf Leinwand;Oil on canvas
71,5 × 86,5 cm