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2021 0466A

Künstler

2021 0466A

Bildnis einer alten Frau

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1913

Seewald, Richard

1889

Choszczno (POL)

-

1976

München (DEU)

Der in Choszczno (Arnswalde) im ehemaligen Pommern geborene Künstler Richard Seewald verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst mit dem Zeichnen von Karikaturen für Witzblätter und Zeitschriften wie „Jugend“ oder die „Meggendorfer Blätter“. Nachdem er in Stralsund sein Abitur abgeschlossen hatte, sollte er auf Anraten seines Vaters zunächst ein Architekturstudium beginnen. 1909 reiste der erst 20-jährige Seewald jedoch auf die Künstlerinsel Hiddensee vor der Westküste Rügens. Dort war er auf Einladung des Malers Oskar Kruse (1847–1919), des Schwagers der Künstlerin Käthe Kruse (1883–1968), zu Gast.

Als das Misstrauen gegenüber dem schnelllebigen Leben in den Großstädten wuchs, gewannen alternative Lebensstile zunehmend an Attraktivität. Seewald entschied sich daraufhin, in die Schweiz zu reisen, um sich dort 1910 in Ascona der lebensreformerischen Gemeinschaft der sogenannten „Vegetabilen Cooperative“ anzuschließen. Als Mitglied der Kommune lebte er nach den Grundsätzen einer strikten, für die damalige Zeit in Europa durchaus progressiven vegetarischen Lebensweise. Diese Erfahrung wiederholte er in den Jahren 1913 und 1916. Zwischenzeitlich heiratete er in London Emma Margarete Trotsch (1884–1967); die Ehe blieb kinderlos. Aus bislang unbekannten Gründen wurde Seewald vom Militärdienst im Ersten Weltkrieg befreit. Nach Ausstellungen im Pariser Salon d’Automne im Jahr 1911 sowie 1913 bei Herwarth Walden in Berlin konnte er seine künstlerische Karriere ungehindert fortsetzen. Die „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“ beschreibt Seewald als einen Künstler, der die „oberflächliche Kunstschickeria mied“ und stets „gegen den Strom“ schwamm.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden über hundert Werke Seewalds, darunter Radierungen, Holzschnitte, Aquarelle und Grafiken, aus Auktionshäusern wie dem Berliner Auktionshaus Max Perl beschlagnahmt. Zahlreiche dieser Werke blieben bis heute verschollen. Als vielseitig begabter Künstler veröffentlichte Seewald bis 1968 zahlreiche von ihm illustrierte literarische Werke sowie seine Autobiografie „Der Mann von gegenüber“ (1963). In der Nachkriegszeit wirkte er zudem von 1954 bis 1956 als Professor für Grafik, Malerei und Wandbild an der Akademie der Bildenden Künste München. Nach zwei Jahren gab er die Lehrtätigkeit wieder auf und widmete sich der Ausmalung der Fresken in den Hofgartenarkaden, die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden waren. Ironischerweise fand dort vom 19. Juli bis November 1937 die sogenannte „Entartete Kunstausstellung“ statt, in der Vertreter und Vertreterinnen der modernen Kunst öffentlich diffamiert wurden. Bis zu seinem Tod im Oktober 1976 verbrachte Seewald seine Zeit mit Reisen, die ihn von Palästina bis nach Südfrankreich führten.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Bildnis einer alten Frau

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

60,5 × 58,5 cm

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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