Skip to Content
Museum logo de web
Screenshot 2025 12 23 at 11.32.41

Künstler

Screenshot 2025 12 23 at 11.32.41

Lithografie zu "Anatevka"

|

1969

Sussmann, Heinrich

1904

Ternopil (UKR)

-

1986

Wien (AUT)

Der Künstler Heinrich Sussmann wurde in eine orthodox-jüdische Familie geboren und verbrachte seine ersten Schuljahre im Cheder, der traditionellen jüdischen Religionsschule zur Erlernung des Hebräischen und der Tora. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges floh seine Familie nach Wien, wo er später die dortige Kunstgewerbeschule besuchte. Zudem engagierte er sich in den 1920er-Jahren politisch, so wird er Mitglied bei der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und näherte sich später kommunistischen Kreisen an. In Berlin fand er renommierte Auftraggeber und wurde sowohl als Bühnenbildner bei der Universum Film AG (UFA) als auch als Karikaturist beim Ullstein Buchverlag engagiert. Seine Kunstwerke werden zudem im Rahmen der Beliner Sezession ausgestellt. 1939 lebte Sussmann in Paris, nachdem er 1933 aus Deutschland, mit kurzem Aufenthalt in Wien, geflohen war. Dort heiratete er 1937 seine Jugendliebe Anna „Anni“ Goldscheider (1909–1985), die sich bereits über die Sozialdemokratische Kunststelle kennengelernt hatten. Schon 1934 ist Anne im Untergrund tätig, dieses politische Engagement teilte das Ehepaar. Denn als Paris von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde, schlossen sich Heinrich und Anne der Résistance an. Durch die Herstellung gefälschter Identitätskarten in Südfrankreich verschafften Sussmann und seine Ehefrau jüdischen Männern und Frauen Schutz und gewannen ihnen wichtige Überlebenszeit. Das Paar kehrte 1942 zurück nach Paris, wo sie beide 1944 verhaftet und über Drancy nach Auschwitz deportiert wurden. Anne war schwanger, was zunächst verborgen werden konnte. Nach der Geburt ihres Kindes Samuel Georg am 20. August 1944 wurde das Neugeborenen unmittelbar danach von dem Arzt und nationalsozialistischen Kriegsverbrecher Josef Mengele ermordet. Die nationalsozialistische Schutzstaffel (SS) nutzte das Wissen um Heinrichs künstlerische Fähigkeiten zur Illustration von Glückwunschkarten. Er wird am 27. Jänner 1945 durch die Rote Armee befreit, weil er sich mit anderen Internierten in einem Kohlekeller versteckt hielt. Beide überlebten das Konzentrationslager und kehrten nach Österreich zurück, wo sie ab 1945 lebten. Heinrich und Anna engagierten sich in der schulischen Aufklärung über rechtsextreme und faschistische Ideologien. Auf Grundlage ihrer Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus hielten sie Vorträge und leisteten Aufklärungsarbeit an Schulen.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten“. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Lithografie zu "Anatevka"

Lithografie auf Papier;Lithograph on paper

42,7 × 63 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Fischerhafen Richter, Klaus

(1887 - 1948)

Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Strawinsky, Théodore

(1907 - 1989)

Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Lerch, Franz

(1895 - 1977)

Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Lehre, Wanda

(Unbekannt - Unbekannt)

Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Museum Kunst der Verlorenen Generation

Prof. Dr. Heinz R. Böhme gemeinnützige Stiftung
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

crossmenuarrow-right