
Künstler

Stillleben mit Rosen
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o.D.
Abramowicz, Leon
1889
Czernowitz (UKR)
-
1978
Wien (AUT)
Leon Abramowicz Czernowitz (UKR) 1889 – 1978 Wien (AUT) Der Künstler Leon (Leo) Abramowicz hat nur wenige seiner Werke signiert, eines davon fand den Weg in die Sammlung Böhme. „Ich bin kein Blumenmaler“, sagte der Künstler von sich selbst, hinterließ jedoch eine beträchtliche Anzahl von Bouquets wie in seinem Stillleben mit Rosen und Äpfeln aus dem Jahr 1922. Abramowicz wurde in Czernowitz, das bis 1918 zu Österreich-Ungarn gehörte, in eine wohlhabende jüdische Familie geboren. Nach einer kurzen Ausbildungsphase in Wien zog es ihn nach München, wo er von 1912 bis 1914 an der renommierten Königlich Bayerischen Akademie der Bildenden Künste studierte. Die Zeit danach war gekennzeichnet von Reisen in die Schweiz und nach Frankreich, während derer er nach seinem persönlichen Stil suchte. Im Ersten Weltkrieg erging 1915 der Stellungsbefehl an Abramowicz. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück, wo er von 1933 bis 1935 als Meisterschüler von Karl Sterrer (1885–1972) studierte und sich schnell einen Namen als Porträtmaler in der kunstaffinen österreichischen Hauptstadt machte. Dank seiner Herkunft und seines Talents erreichte Abramowicz einen gewissen Wohlstand und Bekanntheitsgrad. Schlagartig veränderte sich das Leben des mittlerweile verheirateten Künstlers, als Österreich im März 1938 an das faschistische Deutschland angliedert wurde. Wie lange jüdische Menschen in der Stadt verblieben, obwohl sich das Schicksal der deutschen Juden abzeichnete, ist kennzeichnend für die Unsicherheit und die tiefgreifenden Veränderungen durch die gesellschaftlichen Umwälzungen. Auch der Künstler und seine Frau Marianne (geb. Prenosyl, 1907 – unbekannt) waren im Visier der Gestapo. Ihre Wohnung im Ersten Bezirk wurde am 24. Mai 1938 geplündert; dabei wurden nicht nur Möbel, Bilder aus der Kunstsammlung von Marianne sowie Leons Werke geraubt, sondern auch wichtige Dokumente und persönliche Unterlagen zerstört. Wenige Tage zuvor flüchtete Abramowicz mit dem Ziel Paraguay in die Schweiz, während Marianne noch bis Jänner 1939 in der mittlerweile leeren Wohnung ausharren musste. Nach Kriegsausbruch 1939 bezogen die Eheleute eine kleine Dachkammer in Fontaine in Frankreich – ein dürftiger Zufluchtsort, der als Flüchtlingsunterkunft diente. Zwar konnten sie als „Opfer des nationalsozialistischen Österreich“ eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen, doch blieben ihnen nur 48 Stunden Zeit, um eine Wohnung vorzuweisen. Mehr als eine karge Kammer ließ sich in so kurzer Zeit nicht finden. Neben ihrer prekären Wohnsituation lebten sie in ständiger Angst vor Verrat und Übergriffen. Das Paar verkaufte Schmuck und Gemälde und entschloss sich schließlich erneut zur Flucht. Über Jahre waren sie auf der verzweifelten Suche nach Unterkunft, Nahrung und Kleidung, bis Marianne im Juli 1943 gefasst und in das Internierungslager Gurs an der spanisch-französischen Grenze deportiert wurde. Leon hingegen wurde im August bei einer Razzia inhaftiert und nach Toulouse in ein offenes Feldlager gebracht. Über einen Kontakt zum jüdischen Flüchtlingskomitee gelang beiden die Flucht. Sie überlebten im Untergrund bis zur Befreiung Frankreichs durch die Alliierten. Ab 1950 lebte der Künstler in Wien, zurückgezogen und geprägt von den Erfahrungen der Flucht, Plünderung und des Antisemitismus. Während über Mariannes Leben in der Nachkriegszeit heute wenig bekannt ist, bleibt im Leben Leons das Malen zentral. Neben seiner künstlerischen Arbeit schrieb er sich 1956/57 als Gasthörer an der Wiener Kunstakademie ein. So führte er zurück in ein kreatives Umfeld und zur künstlerischen Weiterentwicklung. LITERATURAUSWAHL Sophie Lillie, Was einmal war: Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens, Wien/Czernin 2003 Porta Polonica, Leon Abramowicz, hg. vom LWL-Museen für Industriekultur. Westfälische Landesmuseum, https://www.porta-polonica.de/de/lexikon/abramowicz-leon (5.4.2025) Karl Heinz Ritschel, Leon Abramowicz 1989–1978. Ein Maler aus der „verschollenen Generation“, Salzburg 1988
Werke

Stillleben mit Rosen und Äpfeln
Öl auf Leinwand
45 × 55 cm

Stillleben mit Rosen
Öl auf Leinwand
58,4 × 54 cm