Expressives Portrait einer Frau mit Zigarette

Künstler

Joan Gili i Serra (1907–1998) mit Ehefrau Elizabeth McPherson
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1941
Berger-Hamerschlag, Margareta
1902
Wien (AUT)
-
1958
London (GBR)
Die Eltern der österreichischen Künstlerin Margareta Berger-Hamerschlag waren der praktische Arzt Dr. Richard Hamerschlag und dessen Ehefrau Pauline, geborene Herz, die unterschiedliche Vorlieben hatten. Während der Vater das ruhige, ländliche Leben sowie die dortige Armenfürsorge schätzte, zog es die Mutter in die illustre Stadt. Margareta Hamerschlag kam 1902 in Wien zur Welt, zwei Jahre später folgte ihre Schwester Cornelia „Nelly“. Die beiden Mädchen wurden von einer englischen Gouvernante namens Nancy Harvey erzogen, weshalb sie sehr gut Englisch sprachen. Als Schülerin der Jugendklasse des österreichischen Malers und Designers Franz Čižek (1865–1946) begann sie 1916 ihre künstlerische Ausbildung. Großen Erfolg feierte sie 1921 mit der Publikation „Kinderfreuden“, an der sie sowohl als Autorin als auch als Illustratorin mitwirkte. Ein Jahr später heiratete sie den jüdischen Künstler und Architekten Josef Berger (1898–1989). In der Familie Hamerschlag waren beide Elternteile säkular eingestellt, weshalb Religion und Glaube eine eher nebensächliche Bedeutung hatten. Einen größeren Einfluss auf die Künstlerin schien jedoch ihre Amme aus Kindheitstagen, „Fanny“, gehabt zu haben. Diese war Katholikin und dürfte Margarete Berger-Hamerschlag besonders geprägt haben. 1926 traten sie und ihre Schwester aus der Israelitischen Kultusgemeinde aus und konvertierten vermutlich zum katholischen Glauben. Zwischen 1924 und 1934 lebte die Künstlerin gemeinsam mit ihrem Ehemann „Am Rosenhügel“ in Wien, einer Siedlung für Künstlerinnen und Künstler. Zwischenzeitlich erhielt sie einen Auftrag als Kostümbildnerin am Teatri degli Indipendenti in Rom, wo sie 1928 unter anderem für das Stück La morte del dottor Faust (übersetzt: „Der Tod des Dr. Faust“) arbeitete. Anschließend engagierte sie das Neue Wiener Schauspielhaus. Mit der Zeit gingen die Aufträge jedoch zurück. Ein entscheidender zeitgeschichtlicher Faktor war, dass sich der bereits bestehende Antisemitismus in Österreich ab den 1920er-Jahren zunehmend radikalisierte. Ein Arbeitsauftrag von Josef Berger in Palästina bot daher eine Möglichkeit zur Ausreise. Während ihr Ehemann am Bau eines Hotels in der Hafenstadt Haifa mitwirkte, war auch Berger-Hamerschlag künstlerisch tätig. Für die israelische Choreografin Yardena Cohen (1910–2012), eine Tanzkollegin unter anderem von Gret Palucca (1902–1993), fertigte sie in dieser Zeit Bühnenkostüme an. Trotz ihrer Arbeit in Haifa und ihres Kontakts zu deutschsprachigen Emigrant wie Arnold Zweig, den sie 1935 porträtierte, emigrierten Berger-Hamerschlag und ihr Mann nach England. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland brachen sie die Verbindung zu ihrer früheren Heimat ab. In England war Berger-Hamerschlag erneut im literarischen Umfeld tätig und fertigte zahlreiche Illustrationen für Zeitschriften und Zeitungen an. Dazu gehörten auch Illustrationen für den heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Bestseller Journey into a Fog von 1955. Bereits 1936 verkaufte sie ihre ersten Aquarelle. Mit dem Erlös konnte sie die Miete für ihre Unterkunft sechs Wochen lang bezahlen. Nach ihren ersten erfolgreichen Ausstellungen schrieb sie Briefe an ihren Ehemann in Palästina und berichtete von ihren Verkäufen und den freundschaftlichen Kontakten zu englischen Künstlerinnen. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden Berger-Hamerschlag und ihr Sohn Raymond evakuiert. Josef Berger wurde als österreichischer Emigrant als „Enemy Alien“ (feindlicher Ausländer) auf der Isle of Wight interniert. Wegen der Bombardierungen Londons zog sie mit ihrem Sohn in eine Wohnung nach Oxford. 1941 zog die Familie nach London zurück. Josef, der inzwischen aus der Internierung entlassen worden war, arbeitete dort für den Bezirksrat. Die Künstlerin Margareta Berger-Hamerschlag verstirbt 1958 an Krebs. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten“. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Joan Gili i Serra (1907–1998) mit Ehefrau Elizabeth McPherson
Öl auf Leinwand
63 × 46,7 cm