
Künstler

Die Sünde
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1931
Breinlinger, Hans
1888
Konstanz (DEU)
-
1963
Konstanz (DEU)
Hans Breinlinger Konstanz (DEU) 1888 ‒ 1963 Konstanz (DEU) Hans Breinlinger stammte aus einer badischen Bauernfamilie. Als Sohn des Zweitgeborenen wurde er in der Erbfolge des Hofes nicht bedacht. Zunächst war er Lehrling für Fotografie und Retuschierarbeit an der Gewerbeschule Konstanz. Von 1906 bis 1908 reiste er nach Nürnberg, Freiburg im Breisgau, Lausanne, Boulogne, Paris und Stuttgart, wo er als Fotograf arbeitete. Ab 1910 begann er ein Studium an der Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, wo er sich in der Klasse von Wilhelm Trübner (1851–1917) auf Landschafts- und Porträtmalerei konzentrierte. Breinlinger kehrte 1918 verwundet aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Im Jahr 1919 stellte er zum ersten Mal auf der Breidablick-Ausstellung in Konstanz und 1921 auf seiner ersten Einzelausstellung des Kunstvereins Konstanz aus. 1923/24 ging der Künstler erneut auf Studienreisen in die Niederlande, nach Italien, Wien, Paris und London. Breinlinger heiratete 1926 in London die erfolgreiche Schriftstellerin Alice Berend (1875–1938). Diese ist die ältere Schwester von Charlotte Berend-Corinth, der Ehefrau von Lovis Corinth (1858–1925). Kurz darauf übersiedelte Breinlinger von London nach Berlin. Er erhielt Unterstützung von den Kunsthändlern Justin K. Thannhauser (1892–1976) und Alfred Flechtheim (1878–1937). Ab 1927 nahm er regelmäßig an den Ausstellungen der „Juryfreien Kunstschau Berlin“ teil und wurde 1931 Vorstandsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft katholischer Künstler“. Ein Jahr darauf konnte er als Nichtmitglied bei der „Berliner Sezession“ ausstellen. Im Jahr 1933 war er auch auf der Weltausstellung in Chicago vertreten. Die Bücher seiner Frau Alice Berend wurden von den Nationalsozialist:innen auf die Liste des „undeutschen Schrifttums“ gesetzt. Als Jüdin verfolgt, emigrierte sie 1935 nach Italien. Breinlinger und seine Frau ließen sich scheiden. Im Jahr 1937 wurden Werke von Breinlinger bei der Aktion „Entartete Kunst“ aus der Wessenberg-Gemäldegalerie in Konstanz und aus der Mannheimer Kunsthalle verbannt. Trotzdem erhielt er noch zahlreiche offizielle Aufträge, unter anderem im Jahr 1938 für ein Sgraffito an der Stirnseite der Halle des „Reichsstandes des Deutschen Handwerks“ für die Bau- und Siedlungsausstellung in Frankfurt am Main. Zu den weiteren Aufträgen zählten auch Monumentalmalereien für Kirchen in Berlin, Brandenburg und Schlesien. In der Berliner Bombennacht am 23. November 1943 wurde auch Breinlingers Atelier zerstört, sodass der Künstler nach Konstanz zurückkehrte. Er wirkte ab 1947 als Vorstandsmitglied und Ausstellungsleiter des Kunstvereins Konstanz, ab 1948 als Konservator der Städtischen Wessenberg-Gemäldegalerie in Konstanz und als Vorstandsmitglied der „Sezession Oberschwaben-Bodensee“. LITERATURAUSWAHL: -Martin Papenbrock, „Entartete Kunst“, Exilkunst, Wider - standskunst in westdeutschen Ausstellungen nach 1945. Eine kommentierte Bibliographie, Weimar 1997 (Schriften der Guernica-Gesellschaft 3), S. 433 -Hans Albert Peters, Der Maler Hans Breinlinger. Werk und Leben, hg. von Frieder Knittel, Konstanz 1985 -Breinlinger (Ausst.-Kat. Kunstverein Freiburg im Breisgau), Freiburg im Breisgau 1958, Abb. 14
Werke

Männerporträt mit Hut
Öl auf Karton
70,7 × 50,7 cm

Die Sünde
Öl auf Papier auf Holz
68,5 × 55 cm