
Künstler

Gesellschaft am Tisch im Garten
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1963
Csaki–Copony, Grete
1893
Zernescht (ROU)
-
1990
Berlin (DEU)
Grete Csaki-Copony Zernescht (ROU) 1893 ‒ 1990 Berlin (DEU) Als Tochter des Fabrikanten und Abgeordneten des Budapester Parlaments Traugott Copony war es für Grete Csaki-Copony zwischen 1909 und 1910 möglich, zwei private Kunstschulen, Böhringer in Dresden und Heinemann in München, zu besuchen. Sie legte zunächst keinen Wert darauf, an einer Kunstakademie zu studieren. Von 1911 bis 1912 hielt sie sich in Berlin auf, wo sie an der Zeichen- und Malschule des „Vereins der Berliner Künstlerinnen“ lernte. Im Jahr 1916 besuchte sie die Budapester Kunstakademie für einige Monate. 1917 heiratete sie Richard Csaki (1886–1943), Leiter des Kulturamtes in Hermannstadt (heute Sibiu, Rumänien), wo sie während ihres langjährigen Aufenthalts bis 1934 auch mehrfach ausstellte. Bereits 1918 hatte Csaki-Copony ihre erste Einzelausstellung im Brukenthalmuseum in Hermannstadt. Ihre Kunst war von Anfang an umstritten, zu revolutionär für die – im Vergleich zu den westeuropäischen Metropolen – eher kleinen siebenbürgischen Orte. Im Jahr 1924 zog es die Künstlerin nach Frankreich an die Académie de la Grande Chaumière, wo sie bei Henri Martin (1860–1943) lernte. 1926 begann ihre Freundschaft mit Gabriele Münter (1877–1962). Csaki-Copony war von 1927 bis 1932 Schülerin an der Malschule von Arthur Segal (1875–1944) in Berlin, Mitglied der „Novembergruppe“ sowie der „Neuen Berliner Sezession“. Ihr Fazit zum Studium bei Segall lautete: „Einziger Unterricht, wo ich wirklich was gelernt habe“[1]. In München und Berlin nahm sie an zahlreichen Ausstellungen teil, darunter „Die schaffende Frau“ in der bildenden Kunst im Künstlerhaus in Berlin mit Käthe Kollwitz (1867–1945), Gabriele Münter, Paula Modersohn-Becker (1876–1907) und 1931 Annot Jacobi. In den frühen 1930er-Jahren interessierte sich Csaki-Copony für die Kunsttheorie Ernst Zierers. Nach der Übersiedlung nach Stuttgart 1934 experimentierte Csaki-Copony im Bereich des Kunsthandwerks und machte eine Töpferlehre in der Schwäbischen Alb. Im Jahr 1935 konnte sie noch erfolgreich an einer Ausstellung in der Galerie Nierendorf in Berlin teilnehmen. Noch im gleichen Jahr sagte die Künstlerin ihre Ausstellungen in Stuttgart und Tübingen ab, weil sie mit dem Eingreifen der Nationalsozialist:innen in die Ausstellungsgestaltung nicht einverstanden war. Diese stuften einige ihrer Bilder als „entartet“ und „bolschewistisch“ ein. Sie gab nun privaten Unterricht für jüdische, von den Akademien ausgeschlossene Malerinnen. Nach dem Unfalltod ihres Ehemanns 1943 bei einem Flugzeugabsturz in Italien reduzierte sie ihre künstlerische Tätigkeit, weil sie ihre Kinder versorgen musste und sich um geflüchtete Landsleute kümmerte. Von 1945 bis 1948 malte sie zum Broterwerb nur noch Blumenstücke. 1954 zog sie zur Familie ihrer Tochter nach Athen, wo sie künstlerisch mit der Landschaft Griechenlands eine neue Basis fand. Nach ihren Entwürfen wurden in Tübingen und Stuttgart Glasfenster gestaltet. 1962 kehrte Csaki-Copony nach Berlin zurück. LITERATURAUSWAHL: - Ingrid von der Dollen, Grete Csaki-Copony 1893–1990. Zwi - schen Siebenbürgen und weltstädtischer Kultur, Sibiu 2008 - Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bild - kunst der „verschollenen Generation“. Geburtsjahrgänge 1890–1910, München 2000, S. 294 [1] Marius Joachim Tataru, Grete Csaki-Copony. 1893–1990 (Ausst.-Kat. Siebenbürgisches Museum Gundelsheim), München 1994, S. 13.
Werke

Gesellschaft am Tisch im Garten
Öl auf Velin
53 × 73 cm