
Künstler

Zwei Männer im Gespräch
|
1949
Esser, Heinrich
1895
Aachen (DEU)
-
1985
Potsdam (DEU)
Heinrich Esser Aachen (DEU) 1895 – 1985 Potsdam (DEU) Über den Lebenslauf von Heinrich Esser gibt es nur wenige Angaben. Er wurde 1895 in Aachen geboren. Von der gewerblichen Abteilung der dortigen Städtischen Pflichtfortbildungsschulen lag ein Entlassungszeugnis vom 20. März 1912 vor. Über einen Verwandten kam er nach Berlin und arbeitete als Malergehilfe bei der Firma Behrens. Hörerkarten der Berliner Humboldt-Akademie Freie Hochschule von 1916 belegten sein Studium in dieser Zeit. Aus einem Brief von Fritz Stahl (1864–1928), damals Kunstkritiker beim Berliner Tageblatt, vom 7. April 1924 ging hervor, dass Esser seine Arbeiten in der Öffentlichkeit zeigen wollte. Ihm wurde nahegelegt, sich an Hermann Sandkuhl (1872–1936) zu wenden, dem Begründer der „Juryfreien Kunstausstellung“ in Berlin. Der Katalog der darauffolgenden Ausstellung von 1924 ließ allerdings keine Teilnahme Essers erkennen. Er nannte sich fortan „Derharri“. Unter diesem Pseudonym stellte er im Jahr 1925 sein Gemälde Die Tafelrunde (Abb. S. 84/85) in der „Berliner Sezession“ (Katalog Nr. 23) aus und erhielt erstmals Aufmerksamkeit. Ein Jahr darauf, 1926, konnte er sein Gemälde Weib mit Blume auf der Großen Berliner Kunstausstellung (Katalog Nr. 132) zeigen. Im Jahr 1927 war er auf der „Juryfreien Kunstausstellung“ in Berlin mit zwei Werken, Ein Streitfall und Totentanz, vertreten. Dass Heinrich Esser in seinem damaligen Umfeld doch nicht völlig unbekannt war, zeigte seine Erwähnung durch Paul Westheim (1886–1963) in dem von ihm herausgegebenen Kunstblatt von 1927: „Auch Derharri sei vermerkt; da schlägt sich ein Mensch von einer eigenen Charakterisierungskraft mit Visionen herum, die persönlichem Erlebnis zu entstammen scheinen.“ Als „entartet“ verfemt, drängten die Nationalsozialisten Esser in die innere Emigration. Seine erste Frau, Erna Esser (geborene Hunßdorff, verwitwete Siebert), kam am 20. Februar 1944 anlässlich eines Besuchs in Leipzig-Markkleeberg mit ihrem Sohn Herbert Siebert bei einem Bombenangriff ums Leben. Während der Zeit der DDR führte Esser ein künstlerisches Schattendasein. Auf Empfehlung von Otto Nagel (1894–1967) leitete er in den 1950er-Jahren einen Malkreis in Friedrichshain. Im Jahr 1953 war er auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung in Dresden vertreten. Doch der Versuch, sich anzupassen, gelang nicht. Die Bilder erschienen leer, düster und hoffnungslos. Trotz häufigen Übermalens konnte er keines verkaufen. So auch die Bilder, die er von Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924) und Josef Stalin (1878–1953) malte, auf denen sie unglücklich und krank aussahen. Essers zweite Frau Helene Leffringhausen-Esser verkaufte 1989 den gesamten Künstlernachlass an einen Antiquitätenhändler. LITERATURAUSWAHL: -Linda Huijsmans, Die neue Galerie Elias erinnert an Heinrich Esser: Maler am Kreuz, in: Berliner Zeitung, 23. März 2006, URL: (2.1.2020) - Marie Cathleen Haff, Heinrich Esser (1895–1985): Die Tafelrunde 1925, Magisterarbeit Freie Universität Berlin, 1996 -Paul Westheim, Große Berliner Kunstausstellung, in: Das Kunstblatt 11, Juli 1927, S. 249–252
Werke

Zwei Männer im Gespräch
Öl auf PVC-Leinen
70 × 50 cm

Porträt, wohl Paul Westheim (1886–1963)
Öl auf Papier auf Leinwand
57,5 × 43 cm

Männerporträt
Öl auf Holz
44 × 34,5 cm

Tafelrunde
Öl auf Leinwand
75 × 150 cm

Drei Personen
Öl auf Leinwand
49,2 × 62,4 cm

Frau mit Blume
Öl auf Leinwand
78 × 100 cm

Raucher und zwei Frauen
Öl auf Leinwand
76 × 45 cm

Berliner Straßenszene
Öl auf Leinwand
76,5 × 57,5 cm

Männergruppe
Öl auf Karton
48 × 63 cm