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2016 0035

Künstler

2016 0035

Teichlandschaft

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1932

Feibusch, Hans

1898

Frankfurt (DEU)

-

1998

London (GBR)

Hans Feibusch

Frankfurt (DEU) 1898 – 1998 London (GBR)

Hans Nathan Feibusch wurde am 15. August 1898 in Frankfurt am Main in eine jüdische Zahnarztfamilie geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg von 1916 bis 1918 als Soldat bei den Stellungskriegen an der Russischen Front. Zunächst begann er ein Medizinstudium in München, wechselte dann 1920 an die Akademische Hochschule für die bildenden Künste in Berlin. Dort studierte er bei Karl Hofer (1878–1955) und wurde dessen Meisterschüler. In den Jahren 1921 bis 1923 folgte eine Studienreise nach Italien, wo er Florenz, Rom, Perugia, Pisa und Venedig besuchte. Danach ging er von 1923 bis 1924 nach Paris, um bei Othon Friesz (1879–1949) und André Lhote (1885–1962) zu studieren, und beteiligte sich an Ausstellungen des Salon d’Automne und des Salon des Indépendants. Im Jahr 1925 kehrte Feibusch nach Frankfurt am Main zurück, wo er Mitglied des „Frankfurter Künstlerbundes“ wurde. Jährlich nahm er an Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste und der „Berliner Sezession“ teil. Im Jahr 1931 verlieh ihm die Preußische Akademie der Künste für das Gemälde Der Fischhändler (1930) den Großen Staatspreis für Malerei.

Im Jahr 1933 emigrierte er nach London ins Exil. Dort heiratete er 1935 Sidonie Cramer (1888–1963) und wurde Mitglied der „London Group“ um Stanley Spencer (1891–1959), Henry Moore (1898–1986) und Graham Sutherland (1903–1980). In Deutschland wurden seine Bilder diffamiert, konfisziert und zerstört. Sein Gemälde Zwei schwebende Figuren, das in der Städtischen Galerie in Frankfurt am Main beschlagnahmt wurde, wurde 1937 in der Ausstellung Entartete Kunst in München unter der Überschrift „Offenbarung der jüdischen Rassenseele“ neben Arbeiten von Jankel Adler (1895–1949), Marc Chagall (1887–1985) und Gert Wollheim ausgestellt. In England nahm Feibusch 1938 an der Ausstellung Twentieth Century German Art teil, der britischen Reaktion auf die Diffamierungen der Ausstellung Entartete Kunst. In Großbritannien entwickelte sich Feibusch in dieser Zeit zu einem bedeutenden Wandmaler für Kirchen, Kathedralen und Synagogen. 1938 folgte ihm seine Mutter in die Emigration nach London. Im selben Jahr erhielt er die britische Staatsbürgerschaft; die deutsche wurde ihm 1939 aberkannt. Nach dem Krieg veröffentlichte Feibusch sein Buch Mural Paintings (1946), eine theoretische Abhandlung über formale Gesetze und Techniken der Wandmalerei. Er erhielt zahlreiche Aufträge, darunter die Ausmalung des Teepavillons für die Ausstellung Britain Can Make It im Victoria and Albert Museum und der Halle des Rathauses von Newport. Andere Werke wurden in der Tate Gallery, den New Burlington Galleries oder der Pallant House Gallery gezeigt. Im Jahr 1967 verlieh ihm die Bundesrepublik Deutschland das Verdienstkreuz Erster Klasse für die „erworbenen besonderen Verdienste“. Aufgrund einer teilweisen Erblindung wandte sich der Künstler der Plastik zu. Einige dieser Werke waren für Kirchen in Großbritannien bestimmt. Im Jahr 1985 erhielt er die Ehrendoktorwürde vom Erzbischof von Canterbury verliehen, 1989 folgte das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet. Künstler-Händler-Sammler, hg. vom Museum Giersch (Ausst.-Kat. Museum Giersch, Frankfurt am Main), Petersberg 2011, S. 394

-Hans Feibusch. Ein Frankfurter Maler, hg. vom Historischen Museum (Ausst.-Kat. Historisches Museum Frankfurt am Main), Frankfurt am Main 1986

-Kunst im Exil in Großbritannien 1933–1945, hg. von Neue Gesellschaft für bildende Kunst (Ausst.-Kat. Neue Gesellschaft für bildende Kunst Berlin), Berlin 1986, S. 124–125

Werke

Teichlandschaft

Öl auf Leinwand

70 × 110 cm

Stillleben mit Büsten und Herbstlaub (Vanitas)

Öl auf Leinwand

61 × 81,5 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

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