
Künstler

Musiker im Stalag XVIII C (317) I- Markt Pongau
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1942
Gazier, Jean Paul
1905
Orbec (FRA)
-
Unbekannt
Der französische Künstler Jean Paul Gazier hinterließ nur wenige biografische Spuren; lediglich seine Zeit in Kriegsgefangenschaft, darunter im Salzburger Stalag XVIII C, ist gut dokumentiert. 1905 wurde er in der Gemeinde Orbec in der Normandie geboren, von dort ging er vermutlich in die Kunstmetropole Paris. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges trat Gazier in die Militärverwaltung ein. Als Teil der technischen und logistischen Artillerieunterstützung war er 1940 am Militärstandort Coëtquidan in der Bretagne stationiert. Als Unteroffizier des „Bureau des Ordres et Administrations“ geriet er am 23. Juni 1940 in deutsche Gefangenschaft. Rund fünf Monate später wurde er in das Front-Stalag 183 verlegt, ein Gefangenenlager der Wehrmacht im bretonischen Ort Hennebont. Am 18. Mai 1941 erreichte Gazier das Front-Stalag 135 in Quimper, bis er schließlich in das Stalag XVIII C im „Markt Pongau“ (heute Sankt Johann im Pongau) nahe Salzburg gebracht wurde. Die Kriegsgefangenen in dem soeben errichteten Lager stammten mehrheitlich aus Frankreich sowie der Sowjetunion und leisteten Zwangsarbeit in Betrieben der Umgebung und in der Landwirtschaft. Bis Ende des Jahres stieg die Zahl der Inhaftierten auf 30.000, von denen etwa 4.000 umkamen. Am 16. August 1942 kam es zu einer spontanen Versammlung im Stalag XVIII C, wobei die französischen Inhaftierten die französische Nationalhymne Marseillaise anstimmten. Ob Gazier sich unter den 10.000 Inhaftierten befand, die am 11. Mai 1945 von den amerikanischen Truppen befreit wurden, und wo sein Weg danach hinführte, ist bis heute ungewiss. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist hier erhältlich.
Werke

Musiker im Stalag XVIII C (317) I- Markt Pongau
Öl auf Leinwand
80 × 65