Skip to Content
Museum logo de web
2016 0062

Künstler

2016 0062

Frauenrückenakt

|

o.D.

Heise, Katharina

1891

Wieliczka (POL)

-

1964

Halle (Saale) (DEU)

Katharina Heise

Wieliczka (POL) 1891 – Halle (Saale) (DEU) 1964

Gegen den Willen ihrer Eltern besuchte Katharina Heise zunächst die Kunstgewerbeschule in Magdeburg und lernte unter anderem bei Adolf Rettelbusch (1858–1934), Richard Winckel (1870–1941) und Benno Marienfeld (1887–1917). Danach folgte 1912 die Ausbildung in der privaten Damen-Malschule von Ferdinand Dorsch (1875–1938) in Dresden. Gemeinsam mit ihrer Schwester Annelies Heise (1886–1937), die ebenfalls Künstlerin war, ging Katharina Heise 1913 nach Paris. Dort setzte sie ihr Studium an Akademien wie der La Palette, der Académie Ranson und der Académie de la Grande Chaumière fort, unter anderem bei Félix Vallotton (1865–1925).

Zurück in Deutschland wurde Heise vor ihrer geplanten zweiten Reise nach Paris vom Kriegsausbruch 1914 überrascht und blieb deshalb in Berlin. Dort freundete sie sich mit Käthe Kollwitz (1867–1945) an und übernahm deren Atelier im Tiergarten. Unter dem männlichen Pseudonym „Karl Luis Heinrich-Salze“ fertigte sie Holzschnitte für die Zeitschrift „Die Aktion“ an und erhielt 1918 eine von ihr gestaltete und ihr gewidmete Sondernummer. Zusätzlich arbeitete sie für Ernst Nieckischs (1889–1967) politische Zeitschrift „Der Widerstand“. Ab 1920 wurde sie Mitglied des „Frauenkunstverbands“ und ab 1925 Schriftführerin und Vizevorsitzende des „Frauenkunstvereins“ in Berlin. Die befreundete Kollwitz, die dort auch Ehrenmitglied war, regte Heise dazu an, sich 1917 mit der Bildhauerei zu beschäftigen.

Im Jahr 1924 nahm sie an der Ersten Deutschen Kunstausstellung in der Sowjetunion teil. 1927 zeigte sie ihre Holzschnitte mit der „Novembergruppe“ im Rahmen der Großen Kunstausstellung in Berlin und 1931 an der internationalen Ausstellung „Frauen in Not“ in Paris.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialist:innen 1933 endete ihre Ausstellungsmöglichkeit, und ihre Arbeiten wurden als „entartet“ diffamiert. Nach 1945 konnte sie nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Sie geriet durch die Kunstpolitik der DDR ins Abseits und an den Rand ihrer Existenz.

 

LITERATURAUSWAHL:

-Günter Meißner, Heise, Katharina, in: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 71: Hedquist–Hennicke, hg. von Günter Meißner u. a., Berlin/Boston 2011, S. 265

- Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“. Geburtsjahrgänge 1890–1910, München 2000, S. 312–313

-Expressionismus. Die zweite Generation 1915–1925, hg. von Stefanie Barron (Ausst.-Kat. Kunstmuseum Düsseldorf / Staatliche Galerie Moritzburg Halle), München 1989, S. 136–137

Werke

Frauenrückenakt

Öl auf Leinwand

65 × 53 cm

Weitere Künstlerinnen und Künstler

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

Sign up for our newsletter

crossmenuarrow-right