
Künstler

Landschaft bei Stellingen
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1919
Stegemann, Heinrich
1888
Stellingen (DEU)
-
1945
Hamburg (DEU)
Heinrich Stegemann absolvierte zwischen 1904 und 1906 eine Lehre als Anstreicher in Hamburg-Altona und besuchte dort abends die Kunstgewerbeschule bei Franz Breest (1871–1931) und Hans Kolitz (1874–1961). Ab 1906 erhielt Stegemann durch ein Stipendium die Möglichkeit, diese auch als Tagesschüler zu besuchen. Im Jahr 1909 schloss sich das Studium an der Kunstakademie in Weimar bei Max Thedy (1858–1924) und Albin Egger-Lienz (1868–1926) an. Stegemann reiste 1912 nach Schweden und 1914 nach Italien. Nach seinem Einsatz im Ersten Weltkrieg lebte Stegemann ab 1918 als freischaffender Maler in Hamburg. Häufig hielt er sich in Berlin auf und schloss sich 1920 dort der Novembergruppe, der Hamburgischen Künstlerschaft und ab 1927 dem Deutschen Künstlerbund an. Stegemann heiratete Ingeborg Krause, die er 1925 porträtierte. Im Jahr 1922 besuchte Stegemann Lyonel Feininger (1871–1956) in Weimar. Es folgten zahlreiche Studienreisen nach Italien, Frankreich, Holland, England und Afrika. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann die Verfemung Stegemanns als „entarteter“ Künstler. 1934 wurden seine Wandbilder im Hamburger Stadttheater zerstört, und 1935 wurde sein Fresko in der Schule Bogenstraße verhängt. Am 21. Juli 1936 wurde die Ausstellung Malerei und Plastik in Deutschland unter Stegemanns künstlerischer Leitung im Kunstverein eröffnet, wenige Tage danach jedoch von Adolf Ziegler (1892–1959), dem stellvertretenden Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, wieder geschlossen. „Der größte Teil der ausgestellten Werke war Kunst der Verfallszeit …“, lautete die offizielle Begründung, während sich Stegemann in einem Brief an seinen Freund Otto van der Heyde (1882–1976) vergeblich Gedanken über die Gründe machte. Gleichwohl blieb Stegemann über Nacht in den Ausstellungsräumen, um die Bilder zu verteidigen, und wurde zudem als Ausstellungsleiter vor ein „Ehrengericht der Reichskammer der bildenden Künste“ zitiert. Im Jahr 1937 wurden 43 seiner Werke aus deutschen Museen entfernt, davon mehrere als „nicht verwertbare entartete Kunst“ in der Berliner Hauptfeuerwache verbrannt. Drei Arbeiten wurden auf der Münchner Ausstellung Entartete Kunst angeprangert. Ein Bombenangriff auf Hamburg zerstörte 1943 nahezu Stegemanns gesamtes Lebenswerk. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Dame mit Perlenkette
Öl auf Karton
34,9 × 29,4 cm

Landschaft bei Stellingen
Öl auf Holz;Oil on wood
27,1 x 33,5 cm