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Untitled design (85)

Künstler

Untitled design (85)

Hafenarbeiter

|

o.D.

Stern, Max

1872

Düsseldorf (DEU)

-

1943

Düsseldorf (DEU)

Mit Max Stern begegnet uns ein deutsch-jüdischer Künstler, der im Laufe seines Lebens vielfältige künstlerische Entwicklungen durchlief und sich stets für neue Stilrichtungen begeistern konnte. In mehr als vier Jahrzehnten künstlerischer Tätigkeit vollzog er einen bemerkenswerten Wandel: vom Naturalismus über den vom Impressionismus Édouard Manets geprägten Spätimpressionismus bis hin zur sachlich-nüchternen Bildsprache der Neuen Sachlichkeit in den 1920er-Jahren. Als jüngster Teilnehmer der Münchner Sezession stellte er regelmäßig in Berlin, Düsseldorf und München aus. Stern genoss hohes gesellschaftliches Ansehen; davon zeugten die zahlreichen Porträts bekannter Düsseldorfer Persönlichkeiten, darunter des Oberbürgermeisters Dr. Emil Köttgen (1875–1925). Zudem präsentierte er seine Werke in renommierten Galerien, darunter bei Eduard Schulte und Alfred Flechtheim. Als engagierter Förderer der modernen Kunst wurde Flechtheim ab 1932 von den Nationalsozialisten systematisch verfolgt, wirtschaftlich ruiniert und schließlich 1934 ins britische Exil gezwungen.

Anlässlich seines 60. Geburtstags widmete der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen dem Künstler Max Stern 1932 eine Retrospektive. Stern wurde gefeiert und von Kunstkritikern mit großem Lob bedacht. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wendete sich jedoch sein Schicksal: Als jüdischer Künstler wurde er zunehmend ausgegrenzt und aus nahezu allen Künstlervereinigungen ausgeschlossen. Seine letzte große Ausstellung war die Jahresausstellung der Rheinischen Sezession 1938. In kleineren Ausstellungen wie „Künstler unter sich“ (1935) konnte Stern noch bis 1936 ausstellen. Seine Ehe mit Alice Helen Burnier galt den Nationalsozialisten als sogenannte „Rassenschande“ und wurde zur Zielscheibe antisemitischer Hetze. Propagandistische Forderungen nach drakonischen Strafen für „Mischehen“ kursierten bereits seit den frühen 1920er-Jahren. Beruflich wurde Stern zunehmend ausgegrenzt: Zwar nahm er bis 1936 noch an Ausstellungen teil, unter anderem im Jüdischen Kulturbund und in der Reichsausstellung jüdischer Künstler, doch 1937 beschlagnahmten die Behörden seine Kohlezeichnung „Rastende Pilger“ als „entartet“ aus der Düsseldorfer Kunstsammlung. Sein zuvor großbürgerlicher Lebensstil wich ab 1933 einem zurückgezogenen Leben; er suchte Schutz im Privaten und zog sich zeitweise an abgelegene Orte zurück.

Jüdische Familien und Menschen in „Mischehen“ wurden gezielt verfolgt, überwacht und schikaniert. Nach der Reichspogromnacht 1938 drang die Sturmabteilung (SA) in Sterns Haus ein und zerstörte seine Kunstwerke sowie Teile des Mobiliars. Nachbarn halfen ihm heimlich mit Lebensmitteln und Geld. Am Pfingstsamstag 1943 wurde ihm als Jude der Zutritt zu einem Luftschutzbunker verweigert. Beim schweren Luftangriff auf Düsseldorf im Juni desselben Jahres kam Stern unter den Trümmern ums Leben. Seine Frau Alice überlebte den Angriff, zerbrach jedoch an den traumatischen Erfahrungen und nahm sich wenig später das Leben.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.

Werke

Flaneure im Park

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

62,5 × 51 cm

Damenporträt

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

87,5 × 64,5 cm

Hafenarbeiter

Öl auf Leinwand;Oil on canvas

100 × 58 cm

Museum of Lost Generation Art

Prof. Dr. Heinz R. Böhme charitable foundation
Sigmund-Haffner-Gasse 12/1. Stock
5020 Salzburg, Austria
T +43 662 276231‬
E museum@verlorene-generation.com

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