
Künstler

Margarete Palucca (1902–1993)
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o.D.
Wollmann, Ottilie Johanna
1882
Berlin (DEU)
-
1944
Auschwitz (POL)
Über das Leben der jüdischen Künstlerin Ottilie Johanna Wollmann gibt es bisher nur wenige Angaben. In Berlin studierte sie Bildhauerei, arbeitete bis 1921 in einem Atelierhaus und beteiligte sich regelmäßig an Ausstellungen. Nach der Machtergreifung konnte sie 1935 noch eine Skulptur im Jüdischen Museum ausstellen. Zudem arbeitete sie an einer Porträtbüste von Kurt Singer, dem damaligen Vorsitzenden des Jüdischen Kulturbundes. Im Jahr 1942 wurde Wollmann gemeinsam mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert. Während die Mutter kurz darauf an den Haftbedingungen verstarb, konnte Wollmann dort weiterhin künstlerisch arbeiten. Bis sie selbst am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wird. Ein anderes Schicksal zeichnete sich für die in der gleichnamigen Skulptur der Sammlung Böhme dargestellte Dresdner Ausdruckstänzerin Margarete Palucca (1902–1993) ab. Obwohl sie einer jüdisch-ungarischen Familie entstammte, führte sie nicht nur ihre Tanzschule weiter, sondern trat 1936 auch bei den Olympischen Spielen in Berlin auf. Ihr ursprünglich unpolitischer Tanz wurde von den Nationalsozialisten ideologisch instrumentalisiert, da er ihrem Ideal körperlicher Stärke entsprach. Dennoch wurde sie kurz darauf als „Halbjüdin“ eingestuft, was sie durch ihre bisherige Anpassung an das Regime zu verbergen versuchte. Ihre Tanzschule wurde 1939 geschlossen. Das ambivalente NS-Kunstverständnis sorgte durch eine Sondergenehmigung dafür, dass sie weiterhin als Tänzerin auftreten durfte. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Sammlungskatalog „Wir werden euch nicht Vergessen. Die Verlorene Generation. Ihre Kunst. Ihre Geschichten “. Dieser ist HIER erhältlich.
Werke

Margarete Palucca (1902–1993)
Bronzierter Gips;Bronzed plaster
Höhe 26 cm